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Tuesday, 24 August 2010

Xi'an: Töpfern für Fortgeschrittene (und sehr Fleissige)

Mit dem Zug machten wir uns auf die Reise von Lhasa nach Xi'an. Zuerst in Richtung Nord-Osten durch die riesige Tibetische Hochebene und dann Richtung Osten durch China, wo die Landschaft nur langsam hügeliger wurde. Ganze 36h verbrachten wir so mit plaudern, lesen, Fotos aussortieren und natürlich essen (zum Glück waren wir bei unserem letzten Supermarktbesuch alle hungrig... so fehlte es uns kulinarisch an nichts) in unserem super bequemen Zugsabteil.

In Xi'an besuchten wir die weltberühmte Terracotta Armee. Als "Grabbeigabe" liess sich ein früher chinesischer Kaiser eine Armee, bestehend aus tausenden Soldaten und hunderten von Pferden aus Ton anfertigen. Nachdem diese Armee für über 2000 Jahre vergessen ging, wurde sie erst vor 35 Jahren per Zufall wiederentdeckt.

Am Abend verabschiedeten wir uns von Esther, die uns die letzten 4 Wochen auf der Reise durch Beijing, Tibet und beim Shopping begleitet hat. Beim Shopping ist uns übrigens noch aufgefallen, dass Englisch oder westliche Sprachen überhaupt sehr unbekannt sind, für einen grossen Teil der Bevölkerung... anders lassen sich gewisse T-Shirt-Aufdrucke nicht erklären. :-)

Während Esther am nächsten Tag mit gefühlten 1.3 Mrd Chinesen den Sommerpalast in Beijing besuchte, machten wir uns auf den Weg nach Shenzen (bei Hong Kong) um China zu verlassen, wobei wir wegen zu starkem Regen einen ausserplanmässigen Zwischenstopp in Guilin einlegen mussten. Mit ein paar Stunden Verspätung marschierten wir dann zu Fuss von Shenzen über die Grenze nach Hong Kong.

Friday, 20 August 2010

Tibet II: Es ist nicht alles schön was stinkt.

Wir möchten an dieser Stelle auch einmal über etwas berichten, das uns nicht positiv beeindruckt hat.

Die hygienischen Verhältnisse sind in bisher allen Ländern nicht gleich gewesen wie in der Schweiz... müssen sie ja auch nicht! Ein bisschen Dreck hat noch niemandem geschadet. Aber was wir in Tibet angetroffen haben, hat uns, trotz unserer angewöhnung an einfache Verhältnisse während der letzten 4 Monate, recht schockiert.

Viele Tibeter haben bis ins letzte Jahrhundert als Nomaden gelebt, einige noch heute. Bis sie sesshaft wurden, waren sanitäre Anlagen unpraktisch und daher völlig unüblich. Gewaschen hat man sich am Fluss und seine Notdurft verrichtete man zwischen Schafen und Yaks in der Wildnis.

Heute leben die meisten Tibeter in Städten oder Dörfern aber die Verwendung sanitärer Anlagen hat sich nur wenig verändert. Die meisten Häuser besitzen weder Bad/Dusche noch WC und obwohl Wasser reichlich vorhanden ist, sind anscheinend auch öffentliche Waschstellen oder fliessendes Wasser im Haus unüblich. Die Notdurft wird daher direkt ausser Haus erledigt. Nie (ausser an der Streetparade) haben wir soooo viele Wild-UriniererInnen und Wild-KackerInnen gesehen. :-(






Hier unsere Favoriten:

WC-Bürste?! Was ist das?

  • im Korridor vor unserem Hotelzimmer, konnten wir beobachten wie das Zimmermädchen in einer Selbstverständlichkeit, das restliche Tee-Wasser aus der Thermosflasche auf den Teppich ausgeschüttet hat.
  • in Darchen (beim Kailash) konnten wir mehrfach beobachten, wie Frauen (mit ihren langen Röcken) sich mitten auf dem Dorfplatz "unauffällig" hinhockten und eine Pfütze hinterliessen.
  • im Badezimmer eines unserer Hotels wurde wohl schon länger nicht mehr geputzt, es wuchs Gerste hinter der Türe: siehe Bild.
  • im selben Badezimmer gab's auch ein WC (wohlgemerkt mit "Sterilized"-Siegel), welches sicher noch nie eine Bürste gesehen hat.
  • um das Loch im Plumpsklo eines Klosters waren 7 Gegel verteilt, was an der Treffsicherheit der Benutzer zweifeln lässt.
  • in einem Tempel konnten wir beobachten, wie eine Besucherin den mit Yak-Butter verschmierten Löffel am Vorhang im Kloster abgeputzt hat.
  • dem Erbauer der oben gezeigten Dusche war wohl nicht bekannt, dass zu "fliessend Wasser" auch ein "Abfluss" gehört.
  • gruseliges Highlight war der Koch der sich in die Hand "schnudert" und den Schnuder dann aus der Hand auf den Küchenboden schleudert hat.
Nichts desto Trotz hat uns Tibet sehr gefallen :-)

Thursday, 19 August 2010

Tibet I: Lhasa-Shopping, Kailash-Trekking, Mt.Everest-Seeing

Nach dem Flug von Beijing nach Tibet erwarteten uns in Lhasa angenehmere Temparaturen und unser Guide für die nächsten Tage: Samdup. Vor unserem "Ausflug" ins tibetische Hochland im Westen galt es für uns erst einmal passende Outdoor-Ausrüstung zu kaufen und uns an die Höhe zu gewöhnen. In Lhasa (3700 M.ü.M) brachten uns zu Beginn schon die wenigen Treppenstufen zum Hotelzimmer ausser Atem. In den vier Tagen, die wir in Lhasa zur Verfügung hatten, besuchten wir unter anderem den Potala Palast und ca. jedes kleine Geschäft das Outdoor-Ausrüstung oder Schmuck verkauft. Eingedeckt mit neuen Daunenschlafsäcken und guten Jacken und Esther und Claudia mit jeder Menge neuem Schmuck (alles aussergewöhnlich günstig), ging es mit Driver (Tshashi) und Guide (Samdup) ab richtung Westen.

Nach 2000km Holperstrecke im Off-Roader und einigen Besuchen in Klostern erreichten wir gut geschüttelt das Guesthouse der Tibetan Medical School (www.kailashprojekte.ch) in Darchen, den Ausgangspunkt für unser 3-Tages Trekking rund um den für die Hindus und Buddhisten heiligen Berg Kailash. Das Wetter zeigte sich gnädig und so wurden wir trotz Regenzeit kaum nass und Mt.Kailash präsentierte sich uns sogar mit blauem Hintergrund. Gemeinsam mit hunderten von Pilgern wanderten wir im Uhrzeigersinn um den heiligen Berg und "schleppten" uns über den Pass auf 5630 M.ü.M.

Nach der Umrundung des Mt.Kailash gönnten wir uns einen Erholungstag am Manosarowar See und badeten im Wasser einer heissen Quelle, bevor es wieder 2000km zurück über die Holperstrecke nach Lhasa ging. Auf dem Rückweg machten wir noch einen Abstecher nach Pelbar, wo wir wieder riesiges Wetterglück hatten und so den Mt.Everest zu gesicht bekamen. WOW, was für ein Berg!

Obwohl uns die freundlichen Leute und die Landschaft in West-Tibet sehr gefallen haben, war die Vorfreude auf eine warme Dusche und abwechslungsreicheres Essen riesig. Nach fast 3 Wochen "Höhentraining" in West-Tibet brachten uns die Treppen zum Hotelzimmer in Lhasa nicht mehr ausser Atem. :-)