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Sunday, 23 October 2011

Schilthorn, Jungfraujoch und Zermatt: mit halb Asien unterwegs in der Schweiz

Wir haben in 16 Monaten verdammt viel von der Welt gesehen, aber Dominik war noch nie auf dem Jungfraujoch und Claudia hat das Matterhorn noch nie "live" gesehen. Was für ein Missstand!! Höchste Zeit, etwas Sightseeing in der wunderschönen Schweiz zu machen.

Wir entschieden uns, uns den Asiaten anzuschliessen und das Hi-Speed-Touri-Programm für die Schweiz mitzumachen. An einem wunderschönen Herbstwochenende machten wir uns also auf den Weg ins Berner Oberland.

Mit dem Zug reisten wir am Samstag Morgen von Zürich via Bern nach Interlaken, an den Überschwemmungsschäden vom letzten Wochenende vorbei, zu unserem ersten Touri-Ziel: Piz Gloria auf dem Schilthorn. Bekannt aus dem James Bond Film "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" aus dem Jahre 1969. Wir genossen die sensationelle 360°-Aussicht und teilten unsere mitgebrachten Sandwiches mit den super-zutraulichen Bergdohlen. Sie frassen uns zwar aus den Händen, aber streicheln konnte Claudia dann doch keine.

Nach einem Kaffee im Drehrestaurant "Piz Gloria" machten wir uns auf den überhaupt nicht anstrengenden Abstieg (mit dem Bähnli) zurück ins Tal, um dort noch die Trümmelbachfälle anzuschauen. In Interlaken übernachteten wir im Mattenhof Resort, wo wir, dank später Ankunftszeit, ein Upgrade in die Suite mit Jungfrau-Sicht und Whirlpool erhielten. :-)

Am Sonntag hiess es früh aufstehen, um vor China, Japan, Taiwan und Indien auf dem Jungfraujoch zu sein. Schon die Fahrt mit der Zahnradbahn entlang der Eigernordwand bis zur kleinen Scheidegg war spektakulär. Doch dann kam der totale Irrsinn unserer Vorfahren... wer baut denn schon um 1900 einen Eisenbahntunnel von 2060 Meter über Meer bis hoch auf's Jungfraujoch auf 3471 Meter über Meer?! Die spinnen die Schweizer!

Oben angekommen machten wir natürlich die gleichen Touri-Fotos wie all die Asiaten, aber immerhin wanderten wir noch 45min durch den Schnee zur Mönchsjoch Hütte. Auch dort teilten wir unsere mitgebrachten Sandwiches wieder mit dem zutraulichen Bergdohlen. Nach dem Besuch in der Eisgrotte und der Aussichtsplattform in der Sphinx machten wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Highlight: Zermatt.

Da wir erst nach dem Eindunkeln in Zermatt ankamen, musste sich Claudia noch etwas gedulden, um einen Blick auf's Matterhorn zu erhaschen. Am Montag Morgen war es dann soweit... ca. um 6.30 war es hell genug, um vom Zimmer aus das Matterhorn zu erspähen und zu sehen, dass der Himmel wolkenlos war. Das Frühstück nahmen wir dann im Wintergarten des Hotel Couronne mit wunderbarer Sicht auf's Matterhorn ein. Immer wieder musste Claudia aufschauen um es nochmals zu bestaunen, das Matterhorn.

Mit der Zahnradbahn fuhren wir dann hoch auf den Gornergrat und freuten uns ab den japanischen, indischen und chinesischen Ansagen im Bähnli und natürlich amüsierten wir uns bei der Bergstation Gornergrat darüber, wie die Asiaten für Fotos posierten.

Dann hielt uns nichts mehr zurück und wir machten uns auf eine kurze Wanderung (!!!!!!!) hinunter zum Riffelsee, um die Spiegelung des Matterhorns darin zu betrachten.

In einer 5-stündigen Zugfahrt mit herrlicher Aussicht fuhren wir via Interlaken - Brünig - Luzern nach Zürich, fest entschlossen wiedermal einen Blog zu schreiben und die über 500 Fotos möglichst bald auszusortieren.

Tuesday, 2 August 2011

San Blas Islands & Panama: zum Abschluss nochmal Strand und richtig lecker Fleisch

Zwischen Kolumbien und Panama liegen einige Kilometer undurchdringbare Sumpflandschaft, keine Strassen, kein Durchkommen! Da wir trotzdem nach Panama wollten/mussten (um unseren Heimflug von Panama City nach Zürich zu erwischen), gab es für uns zwei Möglichkeiten: 1,5h fliegen oder 5 Tage durch die Karibik segeln. :-)

Noch in Cartagena trafen wir Martin (unser Antarktis-Mit-Explorer) wieder, der seine Reisepläne so richtete, dass er mit uns auf diesen Segeltörn kommen konnte.

Unter den vielen, vielen Booten, die diese Route für Backpacker anbieten, wählten wir Captain Bob mit seinem Katamaran Viva. Der Reiseplan sah vor, dass wir bis zu den San Blas Islands segeln und dort einige Tage die Inseln und verlassenen Strände geniessen würden.

Die ersten zwei Tage waren quasi der Preis, den wir bezahlen mussten, um diese schönen Inseln sehen zu können. Wir lagen mehr oder weniger apathisch mit Seekrankheitstabletten zugedröhnt herum und hofften auf ruhigere See. Die Wellen waren zwar bedeutend kleiner als in der Drake-Passage, aber dort hatten wir ja auch ein VIEL grösseres Boot. Unser "kleine" Katamaran wurde von den "nur" 3 Meter hohen Wellen recht hin und her geschaukelt.

Der Morgen des dritten Tages brachte DIE Erlösung. Hinter dem Barrieren-Riff, zwischen drei kleinen Inseln ankerten wir in klarem, türkisem und vor allem ruhigen Wasser. WOW!! Das Leiden hatte sich gelohnt! Die nächsten drei Tage sind schnell zusammengefasst: Sommer, Sonne, Sonnenschein, Schnorcheln im türkisen Wasser und faulenzen an einsamen, weissen Stränden unter Palmen und zur Abkühlung eisgekühltes Bier trinken. :-)

Die letzte Nacht war dann wieder weniger gemütlich und mit einigem Wellengang segelten wir nach Porto Bello in Panama. Die nächsten drei Tage verbrachten wir dann in Panama City. Wir verabschiedeten uns von Martin, der noch einige Wochen vor sich hat und trafen nochmals Bekannte von zu Hause: Urs und Sibylle.

Gemeinsam mit ihnen besuchten wir den Panama Kanal, schauten uns Panamas koloniale Altstadt und die top moderne Neu-Stadt an und gönnten uns nochmal richtig, richtig leckeres südamerikanisches Fleisch.

Am 27. Juli mussten/durften wir unsere Heimreise antreten. Via Amsterdam flogen wir mit KLM nach Zürich, wo wir müde, aber glücklich ankamen und sehr herzlich von unseren Familien empfangen wurden. In den letzten paar Wochen merkten wir, dass wir langsam, aber sicher reisemüde wurden und uns mehr und mehr auf die Schweiz, Familie & Freunde und viele, viele Kleinigkeiten freuten.

Monday, 25 July 2011

San Gil, Tayrona, Cartagena: schwitzen mit Stil... Kolonialstil!

Von Bucaramanga aus machten wir einen Ausflug nach San Gil, eigentlich "das Zentrum für Abenteuersport in Kolumbien", aber uns interessierte viel mehr der Canyon de Chicamocha und das kleine Kolonial-Städtchen Barichara ganz in der Nähe.

Auf dem Weg nach San Gil fuhren wir mit dem Bus durch den Canyon de Chicamocha und machten einen Halt beim gleichnamigen Nationalpark. Da dieser aber mehr Disney Land, als ein Natur Park war, wurde dieser Halt sehr kurz. Foto links, Foto rechts und ab mit dem nächsten Bus nach San Gil, wo wir den Rest des Nachmittags am Hostel-Pool verbrachten. HERRLICH!!

Ein heftiges Gewitter, bzw. ein Blitz sorgte dafür, dass ein kleines Transformerhäuschen "explodierte" und wir (sowie das ganze Dorf) im Dunkeln Znacht assen. Da ohne Strom nicht viel los war in San Gil, gingen wir entsprechend früh ins Bett... leider auch ohne Ventilator und das bei 30°C im Zimmer. Am nächsten Tag (Montag) besuchten wir das klitze-kleine Kolonial-Städtchen Barichara, das von allen Kolumbianern in den höchsten Tönen gerühmt wurde. Hübsch war es tatsächlich, aber vermutlich erholten sich alle Einheimischen vom Touristenandrang vom Sonntag und so war am Montag fast alles geschlossen.

Via Bucaramanga ging es dann wieder nordwärts und zwar mit unserem vorerst letzten Nachtbus (HURRAAA!!!!) nach Santa Marta, dem Ausgangsort für Besuche im Tayrona National Park... nein diesmal kein Disney Land, sondern tatsächlich Natur pur!

Mit leichtem Gepäck machten wir uns auf in den Park. Zuerst mit dem Bus und dann zwei Stunden zu Fuss bis zum ersten Karibik-Strand. Die Hauptattraktionen des Parks sind der unberührte Trockenwald und die unverbaute, zerklüftete Küste, gespickt mit malerischen Buchten mit schönen weissen Sandstränden. Unser Interesse galt natürlich dem Wandern im Trockenwald.... NOT!!!!! Die Sandstrände waren unser Ziel. Übernachten kann man im ganzen Park nur an zwei Orten, entweder im eigenen oder gemieteten Zelt oder in der Hängematte. Zu Dominiks Entsetzen wollte Claudia unbedingt die Hängemattenoption ausprobieren, doch wie sich herausstellte schläft es sich in einer Hängematte bedeutend bequemer, als in einem Zelt auf einem dünnen Mätteli.

Nach zwei Tagen mit wenig Wandern und viel am Strand hängen und im warmen karibischen Meer baden, machten wir uns auf den Weg in unsere letzte kolumbische Stadt: Cartagena. Um ehrlich zu sein, haben wir von Cartagena nicht viel gesehen, aber das was wir gesehen haben, hat uns SEHR gut gefallen... wir haben volles Verständnis dafür, dass die UNESCO den alten Stadtkern zum Weltkulturerbe erklärt hat. Gegen Cartagena erblassen die meisten anderen "schönen" Kolonialstädte. Innerhalb der wenigen km2 der Altstadt kann man alles haben: vom teuren Boutique Hotel (400 CHF für's Doppelzimmer) bis zum Dorm-Bett für 10CHF oder lecker Sushi für 25CHF bis zum 3-Gang-Menu für 3CHF pro Person gibt's alles...und das meiste davon frittiert. ;-)

Das Frittierte und das Boutique Hotel liessen wir zwar bleiben, aber Cartagena hat uns trotz der über 30°C und knapp 100% Luftfeuchtigkeit wirklich super gefallen... wie ganz Kolumbien halt.

Thursday, 14 July 2011

Medellin, Bogota, Bucaramanga: Fett, Gold, Wind

Die ehemalige Drogenhochburg Medellin hat seit dem Tod des Drogenbarons Pablo Escobar riesige Veränderungen erfahren. Es ist heute eine (relativ) sichere, moderne und für Touristen attraktive Stadt. Uns gefiel sie auf Anhieb. Leider kamen wir jedoch an einem Samstag Abend in Medellin an. Wie wir ja schon von Popayan wissen, ist am Sonntag alles geschlossen (sogar der Turibus fiel aus!) und die Kolumbianer strömen in Scharen in die Parks und Freizeitanlagen der Stadt. So fanden wir vor lauter Leute im botanischen Garten die Pflanzen gar nicht.

Da der Montag dann auch noch ein Feiertag war, wiederholte sich das Ganze gleich noch einmal. Restaurants und Läden waren geschlossen,  das Natur-Reservat ausserhalb der Stadt war ab Mittag wegen zu hohem Andrang zu und die Pärke in der Stadt rammelvoll.

Immerhin machte der Turibus am Montag doch eine Stadt-Rundtour, bei der wir mitfahren konnten. Auf dieser Rundtour besuchten wir einige der überfüllten Parks und schauten uns ein paar FETTE Statuen des kolumbianischen Künstlers Botero an. Wir vermuten, dass Botero die Vorbilder für seine Statuen in der Bevölkerung findet, denn es ist unglaublich, wieviele wirklich wirklich wirklich übergewichtige, viel viel viel zu eng gekleidete Leute durch Medellin schwabbeln.

Am Dienstag hiess es für die Parks endlich durchschnaufen... die Stadt wirkte wie ausgestorben, da alle wieder an der Arbeit waren. Doch wir hatten uns zu früh gefreut, am Dienstag waren die Parks zwar leer, aber für Aufräumarbeiten allesamt geschlossen.

Nach 3 Tagen verliessen wir Medellin ohne die meisten Parks auf unserer "Must-Visit"-Liste wirklich gesehen zu haben. Da waren die Aussichten für Bogota schon besser. Hier wollten wir unbedingt das Goldmuseum und einige Kirchen in der Altstadt besuchen, was uns schon am ersten Tag gelang! Auch den Kaffee-Kurs "Espresso y Cappuccino" konnten wir super-kurzfristig noch organisieren. Im Kurs lernten wir die Tücken der Espressozubereitung kennen und brachten nach X Fehlschlägen auch einige sehr akzeptable Espressos zustande.

Mit Chef-Kaffee-Probiererin Claudia (die ein mega Koffein-Hoch hatte) besuchte Dominik dann noch die angebliche Touristen Attraktion Nr. 1 von Kolumbien, die Salz-Kathedrale in Zipaquira. Das mit der Nr.1 konnten wir nicht ganz nachvollziehen, aber beeindruckt von der Grösse der ausgehobenen Kavernen waren wir dennoch.

Die nächste Station auf unserer Reise nach Norden war Bucaramanga. Diese Stadt steht eigentlich überhaupt nicht auf der Liste der Top-Touristen-Attraktionen... ausser man ist Gleitschirmpilot. :-)

Wir quartierten uns bei Richi und Russel im "Flug-Hostel" ein und versuchten unser Glück und Können. Die Wetterverhältnisse und das schon recht betagte Flugmaterial waren eine rechte Herausforderung, aber schliesslich schafften wir es über eine Stunde mit Aussicht auf die Stadt im warmen Karibik-Wind zu soaren.

Friday, 8 July 2011

Ipiales, Popayan, Salento: Kirchen, Kaffee und Kolibris

Sicher in Kolumbien angekommen, machten wir gleich hinter der Grenze eine "Verschnaufpause". In Ipiales steht nämlich eine der sehenswertesten Kirchen der Welt (wie uns diverse Internetseiten beibrachten). So nahmen wir uns denn auch Zeit, die Kathedrale von Las Lajas zu besuchen um uns eine eigene Meinung zu bilden. Und tatsächlich, die an die Felswand einer engen Schlucht gebaute Kirche hat uns sehr beeindruckt... ein Halt, der sich sehr gelohnt hat.

Eine anstrengende und sehr rüttelige 8-stündige Busfahrt später, kamen wir in Popayan an, wo Miri schon auf uns wartete. Von Popayan selber bekamen wir leider nicht sooo viel zu Gesicht, da die Kolumbianer am Sonntag wirklich alles dicht machen, ausser den Kirchen für die Zeit der Messe. Und da am Montag gleich noch ein Feiertag war, war auch an unserem zweiten Tag in Popayan fast alles in der Stadt geschlossen.

Wir liessen uns deshalb mit einem Pick-Up zu heissen Quellen fahren, um dort in Ruhe im heissen Schwefelwasser zu baden. Doch mit "Ruhe" war nichts... wie wir herausfanden, nutzten auch die Einheimischen den freien Tag und pilgerten in Scharen in die Therme, mit Pic-Nic, Zelt und allem was dazu gehört. Mit dem Mountainbike sind wir dann (mehrheitlich bergab) durch die schöne Landschaft zurück nach Popayan gefahren.

Zusammen mit Miri reisten wir weiter in die Kaffee-Zone von Kolumbien. Im herzigen Kolonialstädtchen Salento machten wir einige Tage Halt. Wir besuchten selbstverständlich eine Kaffeefarm, liessen uns erklären wie der Kaffee hier angebaut, geerntet und verarbeitet wird und tranken natürlich viel feinen Kaffee. Im "Casona de Lili" fanden wir in der Küche einen guten Backofen und so konnten wir es nicht lassen, einen feinen Butterzopf zu backen! Zusammen mit Butter, Honig und gutem Kaffee, das perfekte Frühstück!

Eine weitere Sehenswürdigkeit in der Umgebung von Salento ist das Valle Cocora. Ein Tal mit grünen Kuhweiden, gespickt mit bis zu 60m hohen Wachs-Palmen und dies auf fast 3000m. Wir machten eine Tagesrundwanderung hinein ins Tal, bis zum "Reserva Natural Acaime" und über den Höhenweg wieder zurück.

Im Reservat Acaime gibt's eine Hütte, in welcher Panela (heisser Zuckerrohr-Sirup) mit Käse oder heisse Schokolade mit Käse serviert wird. Die eigentliche Attraktion sind aber die unzähligen Kolibris, die hier zu künstlichen Futterstellen kommen. Wir verbrachten ganze 3,5h damit den Kolibris beim "Essen" zuzuschauen und versuchten das perfekte Kolibri-Foto zu schiessen. WOW war das cool, die kleinen, super-nervösen und bunt schillernden Vögel zu beobachten.

Da Miri sich auf den Weg richtung Buenos Aires machte, trennten sich in Salento unsere Wege.

Monday, 27 June 2011

Quito II & Galapagos: Luxus-Urlaub mit zutraulichen Tieren

Nachdem Dominik erfolglos "fast alle" Foto-Geschäfte in Quito, auf der Suche nach einem Kamera-Ersatz, abgeklappert hatte, eröffnete sich eine neue Möglichkeit.... AMANDA!!! Unsere Reisegefährtin für die Galapagos weilte noch einen Tag in Santiago de Chile und war so nett (DANKE DANKE DANKE DANKE), uns eine nagel-neue Nikon D90 zu kaufen und mit nach Quito zu bringen.

Da das Problem "Kamera-Ersatz" damit gelöst war, hatten wir doch noch Zeit für etwas Sightseeing in Quito. So besuchten wir (mit dem Taxi versteht sich) die Altstadt und besichtigten dort die riesige Basilica, die mit Blattgold zugepflasterte Kirche "Compania de Jesus" und das, nach unserer Ansicht, beste Muesum über Prä-Columbische Kulturen, das Museo Casa del Alabado.

Am Abend vor unserem Flug auf die Galapagos fing unser "Luxus-Urlaub" an: Wir wurden von unserem Tourveranstalter ins El Ventanal zum Znacht eingeladen. WOW, war das eine HAMMER Aussicht über ganz Quito, wunderschön arrangiertes, leckeres Essen und der Taxi Service im schönen Privat-Mini-Van war auch dabei.

Mit dem Flugzeug gings dann am anderen Morgen los nach Baltra bei Santa Cruz auf den Galapagos. Beim Warten auf unser Gepäck ging das grosse Ratespiel los, wer der Flugpassagiere wohl mit uns auf dem Boot sein würde. Wie sich herausstellen sollte, waren unsere 14 Mit-Passagiere alle ganz in Ordnung.

Als Auftakt für unsere 6-tägige Luxus-Cruise besuchten wir eine Aufzuchtstation für Galapagos-Riesenschildkröten. Ab dann standen jeden Tag zwei bis drei Exkursionen an verschiedenen Orten auf dem Programm. Wir wanderten zum zweit-grössten Vulkankrater der Welt, schnorchelten mit neugierigen Seelöwen und gemächlichen Meeresschildkröten, schauten den Iguanas und Seelöwen beim Faulenzen am Strand und auf den Lavafeldern zu und versuchten das perfekte Foto einer Sally Lightfoot Krabbe zu schiessen.

Die sechs Tage vergingen wie im Flug und rückblickend hätten wir gerne mehr Zeit hier verbracht... aber ganz zu Ende war unser Galapagos-Aufenthalt nach der Luxus-Cruise ja noch nicht. Wir hatten zusammen mit Amanda noch 2 Tage zur freien Verfügung. Da uns das Schnorcheln soooo begeistert hatte und wir unbedingt nochmals mit Seelöwen "spielen" wollten, machten wir noch einen Schnorchel-Tagesausflug und hätten beinahe (die Sicht im Wasser war leider zu schlecht) Hammerhaie gesehen, die weit unter uns durchgeschwommen sein sollen... haben uns jedenfalls die Taucher berichtet. :-(

Mit über 1000 neuen Fotos (!!!) und vielen wunderschönen Eindrücken flogen wir zurück ins gefährliche Quito, das wir am nächsten Tag schnur-straks Richtung kolumbianische Grenze verliessen. Amanda blieb noch zwei Tage in Quito und wurde prompt 50m vor unserem Hostel noch ausgeraubt.... Glück im Unglück, ihr geht es gut und sie hatte lediglich 8US$ dabei.

Tuesday, 21 June 2011

Cuenca, Banos & Quito: "ooohhh Ecuador... es muy peligroso!"

Noch bevor wir in Ecuador ankamen, wurden wir von Peruanern vor der Gefährlichkeit Ecuadors gewarnt. Es kam uns vor, wie mit den Malaria-Warnungen in Asien. "No, no, we don't have Malaria here, but where you've been and where you are going it is very dangerous!".

Ja, ja... und an der Grenze wurden wir dann auch von einem freischaffenden "Leibwächter" für 10US$ (ein kleines Vermögen für diese Region) sicher über die Grenze begleitet, weil es hier offenbar soooo gefährlich sei für Touristen. Einige Bus-Stunden später kamen wir in Cuenca an, das uns schon gar nicht mehr soooo gefährlich erschien. Wir trafen unser früheres Reisegspändli Eveline (diesmal in Begleitung ihrer Schwester) zum Znacht und genossen einen Tag Zwangs-Pause, da sonntags fast alle Geschäfte, Restaurants und Museen geschlossen sind. Am Montag schafften wir es dann doch noch die Schrumpfkopf-Sammlung und die Panamahutfabrik anzuschauen.

Am Dienstag fuhren wir mit dem Bus weiter Richtung Banos und in Banos angekommen glaubten wir plötzlich an die Warnungen der Peruaner. Während der 40-minütigen Busfahrt von Ambato nach Banos schaffte es ein geschickter Dieb, Dominiks Tagesrucksack aufzuschlitzen und auszuräumen. Jackpot für den Dieb, er freute sich sicher über die 2500.-CHF teure Foto-Ausrüstung. Wir konnten seine Freude nicht teilen und gingen in Banos erst mal zur Polizei. :-(

Wegen der geklauten Kamera war Dominik für die nächsten 2 Tage recht grummlig... da half auch die schöne Landschaft und das sehr leckere Chääs-Fondue im Schweizer Restaurant nicht. In Banos hörten wir dann auch von X Leuten Geschichten über Raubüberfälle in Quito, aufgeschlitzte Rucksäcke im Bus nach Banos und so weiter. Da dämmerte uns, dass an den Warnungen der Peruaner (und jetzt auch vieler Touris) doch was dran war. Leider las Dominik auch die explizite Warnung vor dieser Bus-Route einen Tag zu spät im Reiseführer. MIST!

Leicht genervt und inzwischen SEHR paranoid fuhren wir weiter ins gefährliche Quito, für welches uns empfohlen wurde, nach Einbruch der Dunkelheit, sogar für 200m Gehdistanz, ein Taxi zu bestellen. Das kann ja heiter werden!

Von Quito aus besuchten wir den grossen Samstagsmarkt in Otavalo, wo wir den "Locals" beim Kauf und Verkauf von allerlei Getier (Meerschweinchen, Hasen, Katzen, Hühnern, Gänsen, Schweinen, Schafen und Kühen) zuschauen konnten. Der sehr touristische und total überteuerte Kunsthandwerksmarkt konnte uns mit der vielen Ware "Made-in-China" weniger begeistern.

Dafür lohnte sich der Tages-Bike-Ausflug zum Cotopaxi umso mehr. Mit dem Mini-Van den Vulkan hoch bis ans Ende der Strasse und dann bei eisigen Temperaturen und Nieselregen mit dem Bike runterdüsen. Unten angekommen, zeigten sich die Wolken gütig und gaben für 15 Minuten den Blick zurück auf den imposanten, schneebedeckten Vulkan frei.

Monday, 13 June 2011

Huaraz & Trujillo: Weisse Berge und braune Ziegel

Am frühen Morgen kamen wir mit dem Nachtbus in Huaraz an, so früh, dass eigentlich noch alles geschlossen war. Wir fanden aber doch ein Hotel in dem wir schon einchecken konnten und auch eine Agentur, bei der wir gleich einen Tagesausflug für heute buchen konnten. Uff!

Dann gab's erst mal super-leckeres Frühstück und zwar im Cafe Andino. Um 9h ging es dann mit der Tagestour los... also wenigsten wir stiegen in den Bus ein... wirklich los ging es dann gegen 10h. Entlang der wunderschönen Cordillea Blanca mit ihren weissen Bergspitzen auf der einen und der Cordillera Negra (schneefrei) auf der anderen Seite. Der erste Stop galt drei Dingen: erstens Banos, zweitens Mückenmittel kaufen, drittens die Spezialität des Dorfes probieren: Glace!! und zwar in allen Geschmacksrichtungen, von Bier bis Maracuja. Sehr cool!

Das eigentliche Tagesziel war dann nochmals 2h Busfahrt entfernt, die Lagune Llanganuco, spektakulär in Farbe und Lage, eingekeilt zwischen zwei Bergmassiven der Cordillera Blanca. Nach dem Mittagessen konnte Claudia dann sogar noch Cuy/Meerschweinchen... nein, nicht essen, aber dafür streicheln. Auf dem Rückweg nach Huaraz kamen dann die Einheimischen, die mit uns auf der Tour waren auf ihre Kosten... Shopping-Stopps: Zuckersüsser Brotaufstrich & Töpferwaren.

Am nächsten Tag war erst mal ausschlafen angesagt und da das Wetter noch immer kaiserlich war, machten wir am Nachmittag eine Wanderung (ja, schon wieder wandern!!!) in der Cordillera Negra, mit wunderbarer Sicht auf die weissen Gipfel der Cordillera Blanca. Von der Landstrasse bis zurück nach Huaraz quetschten wir uns als einzige Bleichgesichter in ein kleines Collectivo (VW-Mini-Bus) zusammen mit 15 Einheimischen inkl. diverser Bündel Gras, Mais, Feuerholz und Korn.

Den dritten Tag in Huaraz verbrachten wir hauptsächlich im Bus zu den Ruinen von Chavin und zurück. Die viel gelobten Ruinen konnten uns leider nicht wirklich beeindrucken, da wir um Cusco schon sooo viele schöne Ruinen gesehen hatten. Das dazugehörige Museum hingegen war sehr schön. Das Museum alleine war aber die 7h Busfahrt nicht wert.

Die Busfahrt nach Trujillo durch den Canyon del Pato am nächsten Tag war hingegen sehr beeindruckend. Eine sehr schmale Strasse die sich durch einen sehr tiefen und ebenso schmalen Canyon zwängt. "Death-Road" auf peruanisch. Manchmal konnte man auf der Seite aus dem Fenster nicht mal mehr die Strasse sehen auf der wir fuhren!

Unseren letzten Tag in Peru verbrachten wir wieder mit der Besichtigung von Ruinen... diesmal aber ganz andersartige. Die Ruinen von Chan-Chan sind vollständig aus Lehmziegeln erbaut und nur wegen des trockenen Klimas haben sie die über 1000 Jahre, wenigstens teilweise, überstanden.

Mit dem vorläufig letzten Nachtbus ging es weiter an die Grenze zu Ecuador.

Sunday, 5 June 2011

Nazca, Cusco und Machu Picchu: viele Nachtbusfahrten, viele Strassenhändler und viele Inka-Ruinen

Mit dem Nachtbus fuhren wir von Arequipa nach Nazca, um dort die berühmten Nazca-Lines in Augenschein zu nehmen. Da die riesigen in den Wüstenboden gezeichneten Figuren vom Boden gar nicht erkennbar sind, besichtigten wir sie aus dem Flugzeug. Mit einer kleinen Cessna flogen wir knapp 30 Minuten in engen Kurven kreuz und quer über die Zeichnungen in der Wüste. Claudia und Dominik gefiel das ganze prima, was man von der Spanierin, die auch noch an Bord war, nicht behaupten konnte.

Da Nazca ausser den Linien nicht viel zu bieten hat, verbrachten wir den Nachmittag an einem Hotel-Pool und fuhren am Abend, wieder mit einem Nachtbus, weiter nach Cusco.

Wir wurden ja schon auf den Kulturschock vorbereitet, aber, dass es sooo viele Strassenhändler hat, die einem etwas verkaufen wollen, hat uns dann doch sehr überrascht. Überall hiess es "Massage, Massage...", "You like paintings?...", "Come in, real Alpaca, very nice!". Wir kamen uns wieder vor, wie in Asien. Zum Glück hatten wir "ignorieren" in Asien schon gut und viel geübt und so kamen wir ganz ok an all den Verkäufern vorbei.


In Cusco trafen wir nach zwei Tagen Andre (den alten Schweden), mit dem wir die Hauptattraktionen in und um Cusco anschauen wollten. Es stellte sich nur noch das Problem, unter den hunderten von Agenturen eine gute, faire, preiswerte zu finden. Nahe am Nervenzusammenbruch (nach ca. 10 Agenturen, die wir angeschaut hatten), entschieden wir uns für "Mystic Land Adventures". Mit ihnen machten wir unter anderem eine City Tour, während der wir die wunderschöne Kathedrale (u.a. berühmt für das knusprige Meerschweinchen auf dem Tisch des letzten Abendmals) und die Inka-Ruinen in und direkt um die Stadt anschauten.

Am nächsten Tag ging es auf ins "Valle Sagrado", das "heilige Tal" der Inkas, wo wir einen Markt (leider sehr touristisch) und wieder viele Inka-Ruinen anschauten. Die Bauwerke der Inkas waren wirklich sehr beindruckend und erhöhten unsere Erwartungen an Machu Picchu noch etwas.

Vom Valle Sagrado aus ging es am Abend mit dem Holper-Zug (uns wurde fast schlecht und wir sind ja einiges gewohnt!) nach Aguas Calientes für eine kurze Nacht. Schon früh am Morgen (aber nicht so früh, wie viele andere!!) standen wir auf und fuhren mit dem Bus hoch zur verlorenen Stadt Machu Picchu. Das Glück war voll auf unserer Seite und obwohl wir bis 05:15 Uhr "ausgeschlafen" hatten, ergatterten wir die fast letzten der begehrten Stempel für die Erlaubnis zur Besteigung des Wayna Picchu.

Wir verbrachten schliesslich den ganzen Tag in und um die verlorene Stadt und bestaunten dieses erstaunliche Bauwerk aus jedem Winkel. Hundemüde und zufrieden fuhren wir wieder mit dem Holper-Zug nach Ollantaytambo und von dort aus mit dem Bus nach Cusco.

Eine vermutlich überreife Avocado vermieste uns schliesslich den Plan auch noch das imposante Bergmassiv Salkantay anzuschauen, und so verbrachten Claudia und Dominik mehr Zeit als ihnen lieb war zwischen WC und Bett. :-(

Nach knapp einer Woche zu dritt, verabschiedete sich Andre von uns. Er nahm den Nachtbus nach Arequipa und wir reisten mit dem Flugzeug und anschliessend mit einem weiteren Nachtbus in die Cordillera Blanca nach Huaraz.

Sunday, 22 May 2011

Puno & Arequipa: Tanzabend und Kondor-Show

Wieder einmal hatten wir "saumässig" Glück und trotz eines angekündigten Streiks an der peruanischen Grenze konnten wir ungehindert von Copacabana nach Puno in Peru fahren. Nach unserem ersten Ceviche-Zmittag im "Octopus Loco" (Claudia ist seither Ceviche-Fan!!) entschieden wir uns eine 2-Tages-Insel-Tour im Titicaca-See inkl. "Homestay" & Tanzabend zu machen.

Am ersten Tag besuchten wir die Uros (schwimmende Schilf-Inseln). Als die Spanier in dieser Region ankamen, flüchteten einige Einwohner auf's Wasser und nach und nach bauten sie ihre Haus-Boote zu regelrechten Inseln aus. Heute leben zwar noch Leute auf diese traditionelle Art, aber nur aus touristischen Gründen... es sozusagen ein lebendes Museum. Vor Ort erklärte uns ein Bewohner denn auch, wie sie die Inseln bauen, wie sie Fische züchten, fischen und Vögel jagen.... und dass bei Streitigkeiten zwischen Familien, die auf der gleichen Insel wohnen, auch einfach mal zur Säge gegriffen wird, um die Insel zu halbieren. :-)

Weiter ging es nach Amantani, wo einheimische Familien uns erwarteten. Jeweils zu zweit oder dritt wurden wir unseren Gastfamilien zugeteilt, bei denen wir dann assen und übernachteten. Valentin unser Gast-Vater brachte uns zu seinem Haus, wo seine Frau, seine Tochter und sein Enkel (Luis Fernando) uns herzlich begrüssten. Nach einem einfachen aber leckeren Zmittag entdeckte der schüchterne Louis, dass man mit "los touristas" ja Fussball spielen könnte und dann war's natürlich vorbei mit jeder Scheu. Jöööööö!

Am Abend wurden wir dann noch traditionell eingekleidet und zum gemeinsamen Tanzabend im Dorfzentrum geführt. Sehr lustig! Am nächsten Tag ging es via Taquile (einer Nachbarinsel) zurück auf's Festland. Der Ausflug hat uns sehr gut gefallen, und da jede Familie nur ca. 1-2 Mal pro Monat Gäste hat, war der Besuch bei der Familie auch sehr herzlich und fühlte sich nicht "aufgesetzt" an. (Danke Rena&Benny für den Tipp!)

Die nächste Station war Arequipa. Da viele Gebäude aus weissem Vulkangestein gebaut sind, auch "la cuidad blanca" genannt. Nebst all den wunderschönen Kolonialgebäuden, beeindruckte uns vor allem das riesige Kloster Santa Catalina, welches bis 1970 für die Öffentlichkeit komplett verschlossen war. Das Kloster ist wie ein Städtchen in der Stadt aufgebaut, mit Plätzen, Strassen, Waschstellen, Kirchen und vielen Wohnhäusern für Nonnen aus wohlhabendem Haus.

Von Arequipa aus machten wir noch einen 3-tägigen Abstecher zum Colca Canyon, einer der tiefsten Schluchten der Welt. Auf dem Weg zum Canyon sahen wir einige kulturelle und landschaftliche Sehenswürdigkeiten. Eines der Highlights war das "Cruz del Condor", wo man fast jeden Tag für ca. eine Stunde den riesigen Kondoren aus nächster Nähe beim Spielen in der Thermik zuschauen kann (Gleitschirm wir vermissen dich!!). An diesem Tag gaben die Kondore alles, sie boten uns eine super "Show"!

Den 1200-Höhenmeter-Abstieg in den Canyon musste Dominik dann leider ohne Claudia bestreiten, sie lag genau diese 24h wegen "obenuse-unnenuse" im 12°C kalten Hotelzimmer oben am Rande des Canyons :-(. Dominik schaffte Ab- und Aufstieg trotzdem und muss glaub "wandern" tatsächlich zu seinen neuen Hobbies zählen.

Friday, 13 May 2011

La Paz, Coroico und Isla del Sol: Lecker essen ist auch in Bolivien möglich!

Zurück in El Alto/La Paz spürten wir gleich mal die fast 4000 Meter Höhenunterschied, die wir mit dem Flieger in 35 Minuten bewältigt hatten. Keuchend nahmen wir uns ein Taxi und fuhren hinuter ins Zentrum von La Paz, das 500 Meter unter El Alto im Tal liegt. Im Hotel trafen wir dann wieder unsere Pampas- & Dschungel-Gspändli Benny und Rena, die uns einige Highlights von La Paz zeigten. Zum Beispiel den super leckeren Inder, bei dem wir zwar ewig auf unser Rogan Josh, Chicken Tikka Masala und das Aloo Paneer warten mussten, aber das Warten lohnte sich...und wir gingen 2 Tage später gleich nochmals eine Stunde auf's Essen warten. :-)

Nebst einigen wunderschönen Museen mit Ausstellungen zur vor- und nach-kolumbischen Ära und einem Besuch in einem weiteren "Valle de la luna", gab's in La Paz vor allem noch eins zu unternehmen: Mit dem voll-gefederten Moutain-Bike die sogenannte "Death-Road" runter zu düsen. Insgesamt geht's auf der 64km langen Strecke ca. 3500 Höhenmeter abwärts. Sehr cool! Die Strecke ist zwar mit dem Bike nicht halb so gefährlich wie sie heisst, aber mit einem klapperigen Bus oder Lastwagen möchte man diese unübersichtliche Stecke mit zum Teil sehr schmaler Strasse lieber nicht befahren.

Dank der Vorwarnung vieler Touris, die wir mit komplett verstochenen Beinen angetroffen hatten, waren wir am Ende der Bike-Tour auf die blutrünstigen Sandfliegen gut vorbereitet und wurden (Antibrumm-Forte sei Dank!) nicht gefressen. Anstatt gleich zurück nach La Paz zu fahren, gönnten wir uns einen Tag "Pause" und übernachteten im verschlafenen Coroico mit super Sicht auf die Death Road und die umliegenden Berge.

Die bolivianische Küche hat uns bisher nicht so sehr überzeugt (Gewürze scheinen hier unbekannt). Wilson und der Inder waren löbliche Ausnahmen. Doch in Coroico fanden wir gleich drei weitere kulinarische Höhenflüge (allerdings alle von Nicht-Bolivianern): Die französische Küche in unserem Hostel (El Cafetal) war erste Klasse, das Maracuja-Sorbet in der Villa Bonita war super lecker und die Chäs-Spätzli mit Speck in der "Kuchenstube" waren auch der Brüller! :-)

Via La Paz ging es dann weiter an den Titicaca See (den höchst gelegenen schiffbaren See der Welt) und dort gleich auf die Isla del Sol. Wieder packte uns die Wanderlust und wir marschierten, nach einer kalten Nacht im warmen Schlafsack, einmal quer über die Insel und schauten uns die angebliche Geburtsstädte der Inkas an. Da es im Titicaca See viele Forellen gibt (wild & gezüchtet) assen wir ausser zum Frühstück immer "Trucha a la irgendwas".

Friday, 6 May 2011

Sucre & Rurrenabaque: Geschlossene Museen und Natur pur

Vom schwindelerregend hoch gelegenen Potosi fuhren wir mit dem Bus nach Sucre, die "andere" Hauptstadt (hier wurde die Unabhänigkeitserklärung unterschrieben) von Bolivien. Sucre mit den schönen weissen Kolonialbauten gefiel uns auf Anhieb. Wir hatten vor, hier die Osterfeiertage (Semana Santa) zu verbringen und zwar im Grand Hotel (im Doppelzimmer für 20CHF pro Nacht) ! :-)

Es war zwar gut, dass wir über Ostern nicht weiterreisen wollten, denn die Busse sind dann überfüllt mit Einheimischen, aber leider war Sucre während dieser Tage wie ausgestorben und viele Läden und vor allem fast alle Museen waren geschlossen. Nicht so schlimm, wir genossen die Zeit auch so, mit vielen, vielen Pausen zwischen den Versuchen, doch noch ein offenes Museum zu finden. Ein Museum konnten wir dann doch noch besuchen, das Openair Dino-Spuren Museum hatte auch über die Feiertage offen.

Da Sucre nicht mehr so hoch gelegen ist, ist hier die Fülle an Früchten und Gemüse auf dem Markt riesig und wir deckten uns täglich mit Leckereien vom Markt ein.

Um einen Eindruck vom traditionellen bolivianischen Tanz und den dazugehörigen "Trachten" zu erhalten, besuchten wir einen Kulturabend, an dem die verschiedenen Tänze aus allen Regionen des Landes aufgeführt und erklärt wurden. Dem ging ein leckeres französisches Abendessen (leider mit Nouvelle-Cuisine-Portionen) voraus.

Entgegen unserem Vorsatz in Bolivien keine Nachtbusfahrten zu machen, fuhren wir dann am Ostermontag mit dem Nachtbus 12h bis zum Flughafen El Alto (bei La Paz), um von dort mit der kleinen 19-plätzigen Propellermaschine nach Rurrenabaque in den Urwald zu fliegen. Die Alternative wäre eine 18- bis 36-stündige (je nach Wetter) Rumpel-Busfahrt gewesen. Nein Danke!

Rurre ist vorallem für die Ausflüge in die Pampas (Sumpfgebiete) und in den Madidi-Urwald bekannt. Das war denn auch für uns der Grund Rurre zu besuchen, und so ging es am nächsten Morgen los auf eine kombinierte Pampas-Dschungel-Tour. 3 Tage Tiere-Gucken und sogar mit rosa Flussdelfinen schwimmen, während die Krokodile neidisch vom Ufer aus zuschauen, und anschliessend 2 Tage durch den Dschungel wandern und (Medizin-) Pflanzen und (einige wenige) Tiere entdecken.

Mit dabei in der Pampas waren Rena & Benny (ein deutsches Pärchen), mit denen wir uns sehr gut verstanden, und die dann kurzentschlossen doch auch noch mit uns in den Dschungel kamen. Billy (unser super Pampas-Guide) und Wilson (der geniale Pampas-Koch) kamen aber leider, leider nicht mit in den Dschungel und so mussten wir mit einem weniger motivierten Guide und recht fadem Essen vorlieb nehmen. Da es unglücklicherweise an beiden Dschungel-Tagen regnete, waren die Aussichten, Tiere zu entdecken noch kleiner als bei gutem Wetter... dafür hatten wir etwas mehr Zeit für den Artesania-Bastelnachmittag, was die Damen umso mehr freute.

Von 200 M.ü.M. ging es dann wieder mit dem kleinen Flugzeug in 35 Minuten nach El Alto, bei La Paz, auf etwas über 4000 M.ü.M.! Oi oi oi...

Sunday, 24 April 2011

Salar de Uyuni & Potosi: von Salz- und Silberabbau

Mit "Cordillera Traveller" machten wir uns von San Pedro de Atacama aus auf zur bolivianischen Grenze auf 4500 M.ü.M. mitten im Nichts. Dort wechselten wir das Fahrzeug und den Fahrer und bildeten mit 2 Schweizerinnen und einem deutschen Paar eine von drei "Jeep-Gruppen" für die nächsten paar Tage.

Juan, unser Guide, chauffierte uns sicher (und nüchtern!) bis auf knapp 5000 M.ü.M. zu allen Sehenswürdigkeiten und legte immer an den besten Orten Foto-Stopps für uns ein.

Der erste Tag hielt heisse Quellen, lustig blubbernde Geysire und die Laguna Colorado mit vielen Flamingos für uns bereit. Da es in dieser Höhe in der Nacht sehr kalt werden kann und die Häuser (wenn man sie so nennen darf) ungeheizt und schlecht isoliert sind, freuten wir uns, dass wir unsere kuschelig warmen Schlafsäcke aus Tibet mit dabei hatten. Alle anderen waren neidisch, aber zum guten Glück (für die anderen) wurde es gar nicht sooo kalt. ;-)

Am zweiten Tag (einige spürten immernoch heftig die Höhe und litten unter Kopfschmerzen und Übelkeit) ging es vorbei an vier Lagunen mit Flamingos, interessanten vom Wind geformten Steinformationen und wir sahen unterwegs diverse neugierige Tiere, die sich zum Teil von uns füttern liessen. Das Viscacha (sieht etwas aus wie ein Hase) und der Fuchs freuten sich über die Brötchen von gestern, aber für die Vicunas (die "wilden" Verwandten der Lamas) hatten wir leider nichts dabei.

Am dritten Tag stand das Highlight auf dem Programm. Nach einem kurzen Abstecher zum Zugs-Friedhof ging es Richtung Salar de Uyuni, der grössten Salzebene der Welt weiter. Im aus Salz gebauten "Restaurant" gab's noch eine kleine Stärkung, bevor wir mit dem Jeep in die schneeweisse Ebene hinein fuhren. Da die Regenzeit noch nicht so lange vorbei ist, sind grosse Teile der 12'106km2 grossen Salzwüste mit Wasser bedeckt, das bis in ein paar Monaten komplett verdunsten wird.

In Uyuni verbrachten wir nur eine Nacht, um am nächsten Morgen in die höchst gelegene Stadt der Welt (Potosi) zu fahren. Der Grund, auf über 4000 M.ü.M. eine Stadt zu bauen, war und ist der Cerro Rico, wo die Spanier vor knapp 500 Jahren angefangen haben Silber abzubauen. Die Einheimschen bauen dort noch heute Silber und andere Mineralien ab und für Touristen wie uns bietet sich die Möglichkeit eine Führung in einer solchen engen und staubigen Mine mitzumachen, was wir denn auch taten.

Friday, 22 April 2011

Salta & San Pedro de Atacama: atemberaubende Höhe und Landschaften

Nach Mendoza verbrachten wir vier Tage in Salta... was wir da machten, ist schnell erzählt: Dominik war krank und hütete das Bett, während Claudia das Internet unsicher machte und Reiseführer las.

Als Dominik wieder einigermassen auf den Beinen war, fuhren wir mit dem Bus (10h) über den Paso de Jama (4400 M.ü.M.!!!) nach San Pedro de Atacama. Man hatte uns gesagt, dass die Strecke sehr hübsch sei, und so buchten wir die vordersten Plätze im oberen Stock des Busses. Und wahrlich, sobald sich die Wolken verzogen, hatten wir einen herrlichen Ausblick auf eine atemberaubende Landschaft voller Berge in allen Farben.

San Pedro bietet für Reisende sehr viel... viel mehr, als man von einem kleinen Wüstenstädtchen mit Lehmhäusern auf 2500 M.ü.M. erwarten würde. "Trendige" Lokale und Bars, Souvenir- und Schmuckgeschäfte und fast mehr Reisebüros als Einwohner. Die Reisebüros haben aber trotzdem alle Hände voll zu tun, denn die Natur um San Pedro ist zwar karg, aber extrem abwechslungsreich.

Wir besuchten das Valle del Muerte und Valle de la Luna, um einen schönen Sonnenuntergang in unwirklicher, mond-ähnlicher Landschaft zu erleben. Am nächsten Morgen (also eigentlich mitten in der Nacht!!!! 04:00) fuhren wir los zu den Geysirs de Tatio. Die Geysirs fanden wir zwar  mittelmässig, aber auf der Rückfahrt nach San Pedro hielten wir an einigen ganz hübschen Orten an, z.B. in einem kleinen Dorf wo Claudia ein kleines flauschiges Lama streicheln konnte und bei einem Jahrhunderte alten Kaktus (nein den streichelte Claudia nicht!). Am gleichen Abend wollten wir noch erleben wie es ist, in gesättigtem Salzwasser zu "schweben" (wie im Toten Meer) und so gingen wir in der Laguna Cejas baden.

Die letzte, nicht ganz einfache Aufgabe, die es in San Pedro zu erledigen galt, war einen zuverlässigen Anbieter für eine 3-Tages-Tour nach Uyuni zu finden. Stories von sturz-betrunkenen Fahrern und überschlagenen Jeeps, von zu kalten Unterkünften und Salmonellenvergiftungen liessen uns vorsichtig sein bei unserer Wahl.

Sunday, 10 April 2011

Valparaiso, Santiago & Mendoza: Grafittis & Wein

Nach einer weiteren 16h Busfahrt über Nacht kamen wir am Morgen in Valparaiso an. In den 20er Jahren boomte diese Stadt wegen des wichtigsten Hafens für den Nitrat-Handel in der Region. Als die Deutschen das Verfahren für die künstliche Herstellung von Nitrat entdeckten, ging's mit der an Hügeln erbauten Stadt bergab. Die prunkvollen Bauten und "Bergbähnchen" verwahrlosten. Doch irgendwann in den 80ern entdeckten Künstler die schön gelegene Stadt für sich und zogen in Scharen dort hin.

Nebeneffekt all der künstlerisch veranlagten Neu-Zuzüger ist, dass die ganze Stadt heute sehr bunt und ein riesiger Grafitti und Street-Art Spielplatz ist. Die Aufnahme ins UNESCO Weltkulturerbe machte die Stadt plötzlich wieder attraktiv für Touristen und für reiche Chilenen, die sich hier einen 2.Wohnsitz gönnen.

Auf einer Stadtführung mit einem "Insider" konnten wir diverse Gebäude auch von innen sehen und erfuhren mehr, als in jedem Reiseführer steht.

Auf vielseitiges Anraten hin besuchten wir danach Santiago de Chile, Chiles 6-Millionen-Hauptstadt. Trotz der Grösse der Stadt erschien sie uns recht übersichtlich und sicher. Wir "wohnten" direkt an der Plaza de Armas, dem Zentrum der Stadt. Tag und Nacht war dort etwas los, vom Staatsbesuch über Strassenkünstler und -händler bis zum Sonntagskonzert des Polizei-Orchesters sahen wir alles von der Terrasse unseres Hostels aus. WOW eine einmalige Lage!

Per Hop-on-hop-off-Bus besichtigten wir die Sehenswürdigkeiten der Stadt und verschafften uns von den Hügeln "San Cristobal" und "Santa Lucia" einen Überblick über die Stadt und von der Umgebung. Von hier oben konnten wir denn zum ersten Mal den Smog-Deckel erkennen und ganz schwach durch den Dunst und Smog die schneebedeckten Andengipfel hinter der Stadt sehen.

Nach einer kurzen Busfahrt (8h) über die Anden ins benachbarte Argentinien, kamen wir in Mendoza im Herzen des argentinischen Weingebietes an. Mendoza konnte bei uns weniger punkten. Das Hostel hatte zwar auch eine gute Lage (gleich beim Busbahnhof), aber irgendwie kamen uns all die "kaputten" Menschen in der Stadt etwas suspekt vor. Jedes zweite Geschäft hat irgendwas mit Krankheit oder Verletzungen zu tun (Apotheken, Orthopädien, Spital, Trauma-Center für div. Klientele, Arzt-Praxen, Blinden-, Diabetiker-Zentrum ...)

Aber wir sind ja nicht wegen des medizinischen Überangebots, sondern wegen des Weines hierher gekommen. So machten wir denn auch die obligate Bike-and-Wine-Tour und tingelten von Weingut zu Weingut, um die edlen (manchmal auch nicht so edlen!) Tropfen zu degustieren. Highlight war der Besuch in der restaurierten Kellerei von Trapiche, dem grössten argentinischen Weinhaus.

Wednesday, 6 April 2011

Bariloche & Pucon: Schoggi, Chääs & wandere

In Bariloche haben sie ALLES richtig gemacht: Es liegt wunderschön an einem grossen See, umringt von Hügeln und Bergen, die im Winter zum Skifahren einladen und im Sommer natürlich zum Wandern! Kulinarische Spezialitäten sind Schokolade, Käse und Fondue! :-) Das hängt wohl damit zusammen, dass vor über hundert Jahren einige Schweizer hierher ausgewandert sind, was wiederum daran liegen mag, dass die Landschaft hier so ähnlich wie in der Schweiz ausschaut.

Trotz der vielen Wandermöglichkeiten entschieden wir uns für eine Velotour um einen der vielen schönen Seen. Unter anderem kamen wir an der "Colonia Suiza" vorbei, wo sich 1899 die ersten Schweizer angesiedelt hatten. Ausser dem Namen und der Verfügbarkeit von Schokolade und Käse-Fondue erinnern allerdings nur noch die überall verteilten Kantons-Fähnchen an die Schweiz.

Nach viel Schokolade (leider doch nicht ganz so gut wie unsere schweizer Schoggi) und sogar einem Käse-Fondue sind wir vom argentinischen ins chilenische Seengebiet nach Pucon gefahren. Unterwegs trafen wir doch tatsächlich Martin an, den wir seit unserem Antarktis-Ausflug immer wieder angetroffen hatten.

In Pucon gibt es ein absolutes "MUST-DO"... den Villarrica Vulkan zu besteigen. Genau das beschlossen wir gemeinsam mit Martin zu machen. Das Wetter "zwang" uns zwei Tage mit diesem Abenteuer zu warten und so spannten wir einen Tag aus und machten am anderen Tag eine kurze Velotour ("Yes, yes, half-day is ok.") von schlussendlich 5h (45km z.T. Schotterpiste).

Der von uns ausgewählte Expeditionstag zum Vulkan erwies sich als Glücksgriff. Wolkenlos & windstill, perfekte Bedingungen, um auch tatsächlich bis zum Kraterrand hoch zu dürfen. Die giftigen Gase des aktiven Vulkans stiegen senkrecht in den Himmel und waren daher keine Gefahr für uns. Von ganz oben (2860 M.ü.M.) hatten wir einen sensationellen Rundblick und konnten in der Ferne 8 ähnlich grosse, schneebedeckte Vulkane sehen. WOW!!

Der 1000m Abstieg ging bedeutend schneller als der anstrengende Aufstieg mit Steigeisen und Eispickel. Auf dem Hosenboden (mit Füdli-Bob) ging es rasant talwärts. Hui ui ui ui iu. Was für ein Spass!

Thursday, 31 March 2011

Jubiläum: ein Jahr auf Reisen


Heute vor einem Jahr ging unser Abenteuer in Zürich Kloten los. Unsere bisherige Route hört sich grob aufgezählt wie folgt an:

Schweiz => Thailand => Malaysia => Singapore => Indonesien => Philippinen => China => Tibet => China => Hongkong => Macao => China => Japan => Vietnam => Cambodia => Laos => Thailand => Laos => Thailand => Malaysia => Singapore => Thailand => Schweiz => Argentinien => Antarktis => Argentinen => Chile => Argentinien => Chile => Argentinen => Chile....

Wir haben in 153 verschiedenen "Unterkünften" geschlafen (130 Hostel-Betten, 17 Nächte in Bus/Flugzeug/Zug und auf 6 Camping-Plätzen im Zelt).

Wir sind des Reisens noch immer nicht überdrüssig, obwohl es auch schon Durchhänger gab. Wir freuen uns riesig auf die 4 Monate, die wir in Süd-Amerika noch vor uns haben und auf die Zeit danach zurück in der Schweiz.

Wir werden euch selbstverständlich weiterhin mit unserem Blog auf dem Laufenden halten und freuen uns natürlich auch über Neuigkeiten von zu Hause.

Thursday, 24 March 2011

Carretera Austral: 800km mit ca. 40km/h => 6 Tage Holter-di-Polter

Anstatt mit einem direkten Bus (22h) via Route 40 nach Bariloche zu fahren, entschieden wir uns die langsamere, aber landschaftlich viel schönere Variante, die Carretere Austral zu nehmen. Nachdem wir uns also ein paar Tage langsam zu Fuss fortbewegt hatten, machten wir uns nun bereit, die nächsten Tage per Bus auch nur langsam vorwärts zu kommen. Die Carretera Austral ist in der Nebensaison nicht gerade bekannt für schnelle/gute Busverbindungen.

Tag 1: Mit dem Bus gings ab El Chalten los nach Los Antiguos. WOW, das ging fix... war ja aber auch noch Route 40.

Tag 2: Bis um 14 Uhr schafften wir es mit einem Mini-Van über die chilenische Grenze ins 7km entfernte Chile Chico. Dort schien erst mal Schluss zu sein für heute. Wir dachten: "WOW, 7km an einem Tag! Wenn das so weiter geht sind wir im Juli noch hier!" Glücklicherweise gab's dann doch noch einen Bus (der jeden 2. Tag fährt), der uns ins übernächste Dorf Guadal brachte. Endstation für heute.

Tag 3: Der gleiche Bus brachte uns weiter bis nach Rio Tranquillo, wo wir uns entscheiden mussten, ob wir mit dem nächsten Bus heute noch weiter wollten, oder lieber die Capilla de Marmol anschauen möchten. Wir riskierten hier stecken zu bleiben und machten den 2h Bootsausflug zu den Marmor-Höhlen am Seeufer. Das Wetter zeigte sich gnädig und das Sonnenlicht tauchte die Höhlen in wunderschöne Farben. Das Glück schien uns hold, und anstatt hier übernachten zu müssen, konnten wir mit zwei Chilenen aus Santiago bis nach Coyhaique mitfahren.

Tag 4: Mit dem einzigen Mini-Van heute kamen wir bis ins 6 Autostunden (30km/h) entfernte La Junta.

Tag 5: kein Bus, kein Verkehr, kein Weiterkommen => wir genossen die Häkeldecken in unserem herzigen Hostel, Wein aus dem Tetra-Pack und den Kaffee und das WiFi im (fast) einzigen Restaurant der "Stadt".

Tag 6: Um 6 Uhr gings weiter ins 2h entfernte Villa Santa Lucia... um dort 7h auf den Anschlussbus nach Futaleufu (nochmals 2h Fahrt) zu warten. Zu unser aller Überraschung hatten wir dort nach 2h einen weiteren Bus, der uns über die Grenze nach Esquel in Argentinien brachte. Leider sahen wir von der spektakulären Landschaft nicht viel, denn ausser den 2h beim Bootsausflug regnete es quasi ununterbrochen. :-(

Da Esquel sich alle Mühe gab uns los zu werden, reisten wir, ohne den überteuerten Ausflug in den Nationalpark zu machen, weiter nach El Bolson, einem ehemaligen Hippie-Dorf, das unter anderem wegen seines Kunsthandwerkmarktes zur Touri-Stadt herangewachsen ist.

Nach einigen versöhnlichen Tagen in El Bolson, schien unser Wetterglück uns wiedergefunden zu haben und wir reisten mit Sonnenschein nach Bariloche.