Von Bucaramanga aus machten wir einen Ausflug nach San Gil, eigentlich "das Zentrum für Abenteuersport in Kolumbien", aber uns interessierte viel mehr der Canyon de Chicamocha und das kleine Kolonial-Städtchen Barichara ganz in der Nähe.
Auf dem Weg nach San Gil fuhren wir mit dem Bus durch den Canyon de Chicamocha und machten einen Halt beim gleichnamigen Nationalpark. Da dieser aber mehr Disney Land, als ein Natur Park war, wurde dieser Halt sehr kurz. Foto links, Foto rechts und ab mit dem nächsten Bus nach San Gil, wo wir den Rest des Nachmittags am Hostel-Pool verbrachten. HERRLICH!!
Ein heftiges Gewitter, bzw. ein Blitz sorgte dafür, dass ein kleines Transformerhäuschen "explodierte" und wir (sowie das ganze Dorf) im Dunkeln Znacht assen. Da ohne Strom nicht viel los war in San Gil, gingen wir entsprechend früh ins Bett... leider auch ohne Ventilator und das bei 30°C im Zimmer. Am nächsten Tag (Montag) besuchten wir das klitze-kleine Kolonial-Städtchen Barichara, das von allen Kolumbianern in den höchsten Tönen gerühmt wurde. Hübsch war es tatsächlich, aber vermutlich erholten sich alle Einheimischen vom Touristenandrang vom Sonntag und so war am Montag fast alles geschlossen.
Via Bucaramanga ging es dann wieder nordwärts und zwar mit unserem vorerst letzten Nachtbus (HURRAAA!!!!) nach Santa Marta, dem Ausgangsort für Besuche im Tayrona National Park... nein diesmal kein Disney Land, sondern tatsächlich Natur pur!
Mit leichtem Gepäck machten wir uns auf in den Park. Zuerst mit dem Bus und dann zwei Stunden zu Fuss bis zum ersten Karibik-Strand. Die Hauptattraktionen des Parks sind der unberührte Trockenwald und die unverbaute, zerklüftete Küste, gespickt mit malerischen Buchten mit schönen weissen Sandstränden. Unser Interesse galt natürlich dem Wandern im Trockenwald.... NOT!!!!! Die Sandstrände waren unser Ziel. Übernachten kann man im ganzen Park nur an zwei Orten, entweder im eigenen oder gemieteten Zelt oder in der Hängematte. Zu Dominiks Entsetzen wollte Claudia unbedingt die Hängemattenoption ausprobieren, doch wie sich herausstellte schläft es sich in einer Hängematte bedeutend bequemer, als in einem Zelt auf einem dünnen Mätteli.
Nach zwei Tagen mit wenig Wandern und viel am Strand hängen und im warmen karibischen Meer baden, machten wir uns auf den Weg in unsere letzte kolumbische Stadt: Cartagena. Um ehrlich zu sein, haben wir von Cartagena nicht viel gesehen, aber das was wir gesehen haben, hat uns SEHR gut gefallen... wir haben volles Verständnis dafür, dass die UNESCO den alten Stadtkern zum Weltkulturerbe erklärt hat. Gegen Cartagena erblassen die meisten anderen "schönen" Kolonialstädte. Innerhalb der wenigen km2 der Altstadt kann man alles haben: vom teuren Boutique Hotel (400 CHF für's Doppelzimmer) bis zum Dorm-Bett für 10CHF oder lecker Sushi für 25CHF bis zum 3-Gang-Menu für 3CHF pro Person gibt's alles...und das meiste davon frittiert. ;-)
Das Frittierte und das Boutique Hotel liessen wir zwar bleiben, aber Cartagena hat uns trotz der über 30°C und knapp 100% Luftfeuchtigkeit wirklich super gefallen... wie ganz Kolumbien halt.
Monday, 25 July 2011
Thursday, 14 July 2011
Medellin, Bogota, Bucaramanga: Fett, Gold, Wind
Die ehemalige Drogenhochburg Medellin hat seit dem Tod des Drogenbarons Pablo Escobar riesige Veränderungen erfahren. Es ist heute eine (relativ) sichere, moderne und für Touristen attraktive Stadt. Uns gefiel sie auf Anhieb. Leider kamen wir jedoch an einem Samstag Abend in Medellin an. Wie wir ja schon von Popayan wissen, ist am Sonntag alles geschlossen (sogar der Turibus fiel aus!) und die Kolumbianer strömen in Scharen in die Parks und Freizeitanlagen der Stadt. So fanden wir vor lauter Leute im botanischen Garten die Pflanzen gar nicht.
Da der Montag dann auch noch ein Feiertag war, wiederholte sich das Ganze gleich noch einmal. Restaurants und Läden waren geschlossen, das Natur-Reservat ausserhalb der Stadt war ab Mittag wegen zu hohem Andrang zu und die Pärke in der Stadt rammelvoll.
Immerhin machte der Turibus am Montag doch eine Stadt-Rundtour, bei der wir mitfahren konnten. Auf dieser Rundtour besuchten wir einige der überfüllten Parks und schauten uns ein paar FETTE Statuen des kolumbianischen Künstlers Botero an. Wir vermuten, dass Botero die Vorbilder für seine Statuen in der Bevölkerung findet, denn es ist unglaublich, wieviele wirklich wirklich wirklich übergewichtige, viel viel viel zu eng gekleidete Leute durch Medellin schwabbeln.
Am Dienstag hiess es für die Parks endlich durchschnaufen... die Stadt wirkte wie ausgestorben, da alle wieder an der Arbeit waren. Doch wir hatten uns zu früh gefreut, am Dienstag waren die Parks zwar leer, aber für Aufräumarbeiten allesamt geschlossen.
Nach 3 Tagen verliessen wir Medellin ohne die meisten Parks auf unserer "Must-Visit"-Liste wirklich gesehen zu haben. Da waren die Aussichten für Bogota schon besser. Hier wollten wir unbedingt das Goldmuseum und einige Kirchen in der Altstadt besuchen, was uns schon am ersten Tag gelang! Auch den Kaffee-Kurs "Espresso y Cappuccino" konnten wir super-kurzfristig noch organisieren. Im Kurs lernten wir die Tücken der Espressozubereitung kennen und brachten nach X Fehlschlägen auch einige sehr akzeptable Espressos zustande.
Mit Chef-Kaffee-Probiererin Claudia (die ein mega Koffein-Hoch hatte) besuchte Dominik dann noch die angebliche Touristen Attraktion Nr. 1 von Kolumbien, die Salz-Kathedrale in Zipaquira. Das mit der Nr.1 konnten wir nicht ganz nachvollziehen, aber beeindruckt von der Grösse der ausgehobenen Kavernen waren wir dennoch.
Die nächste Station auf unserer Reise nach Norden war Bucaramanga. Diese Stadt steht eigentlich überhaupt nicht auf der Liste der Top-Touristen-Attraktionen... ausser man ist Gleitschirmpilot. :-)
Wir quartierten uns bei Richi und Russel im "Flug-Hostel" ein und versuchten unser Glück und Können. Die Wetterverhältnisse und das schon recht betagte Flugmaterial waren eine rechte Herausforderung, aber schliesslich schafften wir es über eine Stunde mit Aussicht auf die Stadt im warmen Karibik-Wind zu soaren.
Da der Montag dann auch noch ein Feiertag war, wiederholte sich das Ganze gleich noch einmal. Restaurants und Läden waren geschlossen, das Natur-Reservat ausserhalb der Stadt war ab Mittag wegen zu hohem Andrang zu und die Pärke in der Stadt rammelvoll.
Immerhin machte der Turibus am Montag doch eine Stadt-Rundtour, bei der wir mitfahren konnten. Auf dieser Rundtour besuchten wir einige der überfüllten Parks und schauten uns ein paar FETTE Statuen des kolumbianischen Künstlers Botero an. Wir vermuten, dass Botero die Vorbilder für seine Statuen in der Bevölkerung findet, denn es ist unglaublich, wieviele wirklich wirklich wirklich übergewichtige, viel viel viel zu eng gekleidete Leute durch Medellin schwabbeln.
Am Dienstag hiess es für die Parks endlich durchschnaufen... die Stadt wirkte wie ausgestorben, da alle wieder an der Arbeit waren. Doch wir hatten uns zu früh gefreut, am Dienstag waren die Parks zwar leer, aber für Aufräumarbeiten allesamt geschlossen.
Nach 3 Tagen verliessen wir Medellin ohne die meisten Parks auf unserer "Must-Visit"-Liste wirklich gesehen zu haben. Da waren die Aussichten für Bogota schon besser. Hier wollten wir unbedingt das Goldmuseum und einige Kirchen in der Altstadt besuchen, was uns schon am ersten Tag gelang! Auch den Kaffee-Kurs "Espresso y Cappuccino" konnten wir super-kurzfristig noch organisieren. Im Kurs lernten wir die Tücken der Espressozubereitung kennen und brachten nach X Fehlschlägen auch einige sehr akzeptable Espressos zustande.
Mit Chef-Kaffee-Probiererin Claudia (die ein mega Koffein-Hoch hatte) besuchte Dominik dann noch die angebliche Touristen Attraktion Nr. 1 von Kolumbien, die Salz-Kathedrale in Zipaquira. Das mit der Nr.1 konnten wir nicht ganz nachvollziehen, aber beeindruckt von der Grösse der ausgehobenen Kavernen waren wir dennoch.
Die nächste Station auf unserer Reise nach Norden war Bucaramanga. Diese Stadt steht eigentlich überhaupt nicht auf der Liste der Top-Touristen-Attraktionen... ausser man ist Gleitschirmpilot. :-)
Wir quartierten uns bei Richi und Russel im "Flug-Hostel" ein und versuchten unser Glück und Können. Die Wetterverhältnisse und das schon recht betagte Flugmaterial waren eine rechte Herausforderung, aber schliesslich schafften wir es über eine Stunde mit Aussicht auf die Stadt im warmen Karibik-Wind zu soaren.
Friday, 8 July 2011
Ipiales, Popayan, Salento: Kirchen, Kaffee und Kolibris
Sicher in Kolumbien angekommen, machten wir gleich hinter der Grenze eine "Verschnaufpause". In Ipiales steht nämlich eine der sehenswertesten Kirchen der Welt (wie uns diverse Internetseiten beibrachten). So nahmen wir uns denn auch Zeit, die Kathedrale von Las Lajas zu besuchen um uns eine eigene Meinung zu bilden. Und tatsächlich, die an die Felswand einer engen Schlucht gebaute Kirche hat uns sehr beeindruckt... ein Halt, der sich sehr gelohnt hat.
Eine anstrengende und sehr rüttelige 8-stündige Busfahrt später, kamen wir in Popayan an, wo Miri schon auf uns wartete. Von Popayan selber bekamen wir leider nicht sooo viel zu Gesicht, da die Kolumbianer am Sonntag wirklich alles dicht machen, ausser den Kirchen für die Zeit der Messe. Und da am Montag gleich noch ein Feiertag war, war auch an unserem zweiten Tag in Popayan fast alles in der Stadt geschlossen.
Wir liessen uns deshalb mit einem Pick-Up zu heissen Quellen fahren, um dort in Ruhe im heissen Schwefelwasser zu baden. Doch mit "Ruhe" war nichts... wie wir herausfanden, nutzten auch die Einheimischen den freien Tag und pilgerten in Scharen in die Therme, mit Pic-Nic, Zelt und allem was dazu gehört. Mit dem Mountainbike sind wir dann (mehrheitlich bergab) durch die schöne Landschaft zurück nach Popayan gefahren.
Zusammen mit Miri reisten wir weiter in die Kaffee-Zone von Kolumbien. Im herzigen Kolonialstädtchen Salento machten wir einige Tage Halt. Wir besuchten selbstverständlich eine Kaffeefarm, liessen uns erklären wie der Kaffee hier angebaut, geerntet und verarbeitet wird und tranken natürlich viel feinen Kaffee. Im "Casona de Lili" fanden wir in der Küche einen guten Backofen und so konnten wir es nicht lassen, einen feinen Butterzopf zu backen! Zusammen mit Butter, Honig und gutem Kaffee, das perfekte Frühstück!
Eine weitere Sehenswürdigkeit in der Umgebung von Salento ist das Valle Cocora. Ein Tal mit grünen Kuhweiden, gespickt mit bis zu 60m hohen Wachs-Palmen und dies auf fast 3000m. Wir machten eine Tagesrundwanderung hinein ins Tal, bis zum "Reserva Natural Acaime" und über den Höhenweg wieder zurück.
Im Reservat Acaime gibt's eine Hütte, in welcher Panela (heisser Zuckerrohr-Sirup) mit Käse oder heisse Schokolade mit Käse serviert wird. Die eigentliche Attraktion sind aber die unzähligen Kolibris, die hier zu künstlichen Futterstellen kommen. Wir verbrachten ganze 3,5h damit den Kolibris beim "Essen" zuzuschauen und versuchten das perfekte Kolibri-Foto zu schiessen. WOW war das cool, die kleinen, super-nervösen und bunt schillernden Vögel zu beobachten.
Da Miri sich auf den Weg richtung Buenos Aires machte, trennten sich in Salento unsere Wege.
Eine anstrengende und sehr rüttelige 8-stündige Busfahrt später, kamen wir in Popayan an, wo Miri schon auf uns wartete. Von Popayan selber bekamen wir leider nicht sooo viel zu Gesicht, da die Kolumbianer am Sonntag wirklich alles dicht machen, ausser den Kirchen für die Zeit der Messe. Und da am Montag gleich noch ein Feiertag war, war auch an unserem zweiten Tag in Popayan fast alles in der Stadt geschlossen.
Wir liessen uns deshalb mit einem Pick-Up zu heissen Quellen fahren, um dort in Ruhe im heissen Schwefelwasser zu baden. Doch mit "Ruhe" war nichts... wie wir herausfanden, nutzten auch die Einheimischen den freien Tag und pilgerten in Scharen in die Therme, mit Pic-Nic, Zelt und allem was dazu gehört. Mit dem Mountainbike sind wir dann (mehrheitlich bergab) durch die schöne Landschaft zurück nach Popayan gefahren.
Zusammen mit Miri reisten wir weiter in die Kaffee-Zone von Kolumbien. Im herzigen Kolonialstädtchen Salento machten wir einige Tage Halt. Wir besuchten selbstverständlich eine Kaffeefarm, liessen uns erklären wie der Kaffee hier angebaut, geerntet und verarbeitet wird und tranken natürlich viel feinen Kaffee. Im "Casona de Lili" fanden wir in der Küche einen guten Backofen und so konnten wir es nicht lassen, einen feinen Butterzopf zu backen! Zusammen mit Butter, Honig und gutem Kaffee, das perfekte Frühstück!
Eine weitere Sehenswürdigkeit in der Umgebung von Salento ist das Valle Cocora. Ein Tal mit grünen Kuhweiden, gespickt mit bis zu 60m hohen Wachs-Palmen und dies auf fast 3000m. Wir machten eine Tagesrundwanderung hinein ins Tal, bis zum "Reserva Natural Acaime" und über den Höhenweg wieder zurück.
Im Reservat Acaime gibt's eine Hütte, in welcher Panela (heisser Zuckerrohr-Sirup) mit Käse oder heisse Schokolade mit Käse serviert wird. Die eigentliche Attraktion sind aber die unzähligen Kolibris, die hier zu künstlichen Futterstellen kommen. Wir verbrachten ganze 3,5h damit den Kolibris beim "Essen" zuzuschauen und versuchten das perfekte Kolibri-Foto zu schiessen. WOW war das cool, die kleinen, super-nervösen und bunt schillernden Vögel zu beobachten.
Da Miri sich auf den Weg richtung Buenos Aires machte, trennten sich in Salento unsere Wege.
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