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Friday, 20 August 2010

Tibet II: Es ist nicht alles schön was stinkt.

Wir möchten an dieser Stelle auch einmal über etwas berichten, das uns nicht positiv beeindruckt hat.

Die hygienischen Verhältnisse sind in bisher allen Ländern nicht gleich gewesen wie in der Schweiz... müssen sie ja auch nicht! Ein bisschen Dreck hat noch niemandem geschadet. Aber was wir in Tibet angetroffen haben, hat uns, trotz unserer angewöhnung an einfache Verhältnisse während der letzten 4 Monate, recht schockiert.

Viele Tibeter haben bis ins letzte Jahrhundert als Nomaden gelebt, einige noch heute. Bis sie sesshaft wurden, waren sanitäre Anlagen unpraktisch und daher völlig unüblich. Gewaschen hat man sich am Fluss und seine Notdurft verrichtete man zwischen Schafen und Yaks in der Wildnis.

Heute leben die meisten Tibeter in Städten oder Dörfern aber die Verwendung sanitärer Anlagen hat sich nur wenig verändert. Die meisten Häuser besitzen weder Bad/Dusche noch WC und obwohl Wasser reichlich vorhanden ist, sind anscheinend auch öffentliche Waschstellen oder fliessendes Wasser im Haus unüblich. Die Notdurft wird daher direkt ausser Haus erledigt. Nie (ausser an der Streetparade) haben wir soooo viele Wild-UriniererInnen und Wild-KackerInnen gesehen. :-(






Hier unsere Favoriten:

WC-Bürste?! Was ist das?

  • im Korridor vor unserem Hotelzimmer, konnten wir beobachten wie das Zimmermädchen in einer Selbstverständlichkeit, das restliche Tee-Wasser aus der Thermosflasche auf den Teppich ausgeschüttet hat.
  • in Darchen (beim Kailash) konnten wir mehrfach beobachten, wie Frauen (mit ihren langen Röcken) sich mitten auf dem Dorfplatz "unauffällig" hinhockten und eine Pfütze hinterliessen.
  • im Badezimmer eines unserer Hotels wurde wohl schon länger nicht mehr geputzt, es wuchs Gerste hinter der Türe: siehe Bild.
  • im selben Badezimmer gab's auch ein WC (wohlgemerkt mit "Sterilized"-Siegel), welches sicher noch nie eine Bürste gesehen hat.
  • um das Loch im Plumpsklo eines Klosters waren 7 Gegel verteilt, was an der Treffsicherheit der Benutzer zweifeln lässt.
  • in einem Tempel konnten wir beobachten, wie eine Besucherin den mit Yak-Butter verschmierten Löffel am Vorhang im Kloster abgeputzt hat.
  • dem Erbauer der oben gezeigten Dusche war wohl nicht bekannt, dass zu "fliessend Wasser" auch ein "Abfluss" gehört.
  • gruseliges Highlight war der Koch der sich in die Hand "schnudert" und den Schnuder dann aus der Hand auf den Küchenboden schleudert hat.
Nichts desto Trotz hat uns Tibet sehr gefallen :-)

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