Die schneereiche Winter-Saison, mit vielen Tagen im Schnee in Davos, haben wir sehr genossen und eigentlich schon Mitte April abgeschlossen.
Bei unserer Abreise nach Kuba (20. April 2013) meldete sich der Winter nochmals ganz kurz und so schneite es, als wir uns um 5:30h auf zum Flughafen machten.
Via Amsterdam flogen wir nach Havanna, wo wir dank Zeitverschiebung bereits am frühen Nachmittag ankamen. Kuba begrüsste uns mit feucht-heissen 33°C... was für ein Klimaschock!
Vor uns lagen 15 Tage Kuba, davon hatten wir 14 Tage ein Auto gemietet, um selbständig die Insel zu erkunden. Die ersten zwei Tage waren für uns Angewöhnungszeit... Angewöhnung ans
Klima, an die spanische Sprache und an das entschleunigte Leben.
Wir wurden ja gewarnt, aber was uns in Havanna erwartete, hätten wir doch nicht ganz so erwartet. Die ehemals prunkvollen Kolonialgebäude in Havannas Altstadt zeugten von
der alten Pracht, aber was nicht vor Kurzem restauriert wurde, war, obwohl oft noch bewohnt, dem Zerfall nahe. Und auch die Unmenge uralter Autos aus den 50er Jahren war für
uns erstaunlich. Wir hätten gedacht hier und dort mal so ein Prachtexemplar zwischen den neuen Autos zu sehen, aber es war eher umgekehrt. Wir fühlten uns ein halbes Jahrhundert
zurück versetzt. Ein Paradies für Fans von alten, schönen Ami-Schlitten. Erstaunt waren wir auch über die Supermärkte in der Stadt. Die waren zwar nicht leer, aber es
war doch gewöhnungsbedürftig, keine Auswahl zu haben, sondern halt nehmen zu müssen, was es gerade hat ("Nein Wasser ohne Kohlensäure gibt's gerade nicht, aber wir haben Bier, Cola und sechs Sorten Rum!").
Nachdem wir einen Teil der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Havanna angeschaut hatten, fuhren wir mit unserem Mietauto über leere Autobahnen Richtung Osten. Beim Zwischenstopp in
Santa Clara gab es eine erste Portion Revolutionsgeschichte für uns. In der Che-Hochburg besuchten wir das Che-Memorial und den von Che und seinen Mannen geenterten Zug,
der Waffennachschub für Diktator Batistas Tuppen hätte liefern sollen. Für uns war das dann auch genug Personenkult und weiter ging's ins verschlafene Städtchen Remedios.
Auf dem Weg dort hin lernten wir eine wichtige Lektion: wenn dein Tank nicht mind. 2/3 voll ist, tanke bei jeder Gelegenheit, du weisst nicht, ob eine der
nächsten fünf Tankstellen Benzin hat. Wir hatten Glück und die 6. Tankstelle lag noch in Reichweite und hatte Benzin für uns. :-)
In Remedios wurden wir herzlich von Haydee und Juan in ihrem Casa Particular empfangen und mit köstlicher Küche verwöhnt. Von Remedios aus machten wir einen Tagesausflug zum Cayo Santa Maria,
wo es zwischen X "all-inclusive"-Anlagen einen letzten öffentlichen Strand mit weissem Sand und türkisem Wasser gibt. Auf dem Weg dorthin machten wir
Halt in einer zum Museum umgebauten Zuckerfabrik, wo uns gezeigt und erklärt wurde, wie aus Zuckerrohr Kristallzucker hergestellt und aus dem "Abfallprodukt" Melasse, Rum gebrannt wird.
Nach knapp zwei Tagen Gelassenheit in Remedios fuhren wir via Sancti Spiritus weiter nach Trinidad. Wir erwarteten eigentlich beide eine "Stadt" mit prunkvollen Kolonialgebäuden.
Empfangen wurden wir aber eher von einem grossen Dorf, jedoch mangelte es keineswegs an kolonialem Charme. Das Zentrum war sehr klein, zu grossen Teilen sehr gepflegt und für
Touristen herausgeputzt. Hübsche Restaurants und Kunstgalerien in alten Kolonialvillen, Salsa-Musik an jeder Ecke, gepflasterte Strassen mit Pferdekutschen und -karren,
überall alte, funkelnde Ami-Schlitten und ab und zu ein neuer Touri-Mietwagen, der nicht so ganz ins koloniale Bild passte.
Wir besuchten Museen, hängten in Cafés und beobachteten Einheimische und "all-inclusive"-Tourigruppen, die nachmittags herangekarrt wurden. Alles in allem sehr entspannt, wenn
uns nicht gerade ein Schlepper sein Taxi, sein Restaurant, seine Unterkunft, seine Cigarren oder sonst was andrehen wollte.
Sunday, 12 May 2013
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