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Monday, 10 January 2011

Ko Lanta & Penang : in Schwedens Kolonie

Mit dem Flieger ging es schnur-straks von Chiang Mai runter nach Phuket, wo wir nur eine Nacht verbrachten, bevor wir unser geplantes Insel-Hopping starteten. Geplant war, dass wir die nächsten 3 Wochen von Insel zu Insel fahren und hier und dort einige Tage am Strand verbringen beim Nichts-Tun.

Der Start war gar nicht schlecht. Mit dem Boot fuhren wir von Phuket nach Ko Phi Phi (Insel Nr.1) und dann weiter nach Ko Lanta (Insel Nr.2). Dort brachte uns ein freundlicher Schlepper zu einem (wie sich später herausstellte) extrem preiswerten Bungalow mit Meerblick. Eigentlich wollten wir nur ein paar Tage dort bleiben und noch vor Weihnachten weiter zur nächsten Insel hüpfen. Einige Nachforschungen ergaben leider, dass das günstigste Angebot für ein ähnliches Bungi an einem anderen Strand oder auf einer anderen Insel mindestens doppelt bis dreimal so teuer wäre. So änderten wir unseren Plan und verbrachten Weihnachten auf Ko Lanta.

Wir waren beide total erstaunt, als wir überall schwedisch, dänisch, norwegisch und finnisch hörten. In Schweden sind die Inseln hier unten als "Schwedische Kolonien" bekannt. In den Restaurants kann man "Köt bullar" und "Pytt i panna" bestellen und am Kiosk gibt's original Snus.

Das übliche Tagesprogram war voll und ganz nach unserem Gusto. Ausschlafen, Frühstücken, am Strand hängen, baden, lesen und lecker Z'nacht essen. Nur das Wetter war nicht ganz optimal... ab und zu waren unsere Sprint-Künste gefordert um noch trocken vom Strand zum Bungi zu kommen, denn obwohl eigentlich seit 6 Wochen Trockenzeit ist, hat es fast täglich geregnet. :-(

Zur Abwechslung machten wir eine Inselrundfahrt mit dem Töffli, bei der wir mächtig verregnet wurden und gönnten uns einen Tauchausflug nach Hin Daeng/Hin Muang. Wir waren zuerst recht skeptisch, ob das was wird, bei der Sicht und dem Wetter, aber wir wurden SEHR grosszügig belohnt. Wir hatten das Glück auf beiden Tauchgängen mit Mantarochen tauchen zu können. WOW ist das ein Erlebnis, wenn ein 4-5m-Fisch gerade auf einen zu schwimmt und zum Greifen nahe gerade noch abdreht.

Silvester wollten wir dann eigentlich auf Ko Lipe verbringen, aber die kleine Insel war in unserer Preisklasse total ausgebucht... 200US$ pro Nacht war uns dann einfach zu teuer.

So feierten wir mit halb Schweden auf Ko Lanta den Rutsch ins 2011 und hüpften erst nach 16 Tagen, am 2. Januar weiter nach Penang (Insel Nr.3) in Malaysia.

Nach einer sehr anstrengenden Reise mit viel Bus-Hopping (6 verschiedene Mini-Vans) und mehreren Stunden Verspätung, trafen wir auf Penang in Georgetown ein. Vor Ort wurden wir von Steph und Phil begrüsst, mit denen wir in Luang Prabang gekocht und "ge-rope-swingt" hatten. Es war schön, bekannte Gesichter anzutreffen.

Georgetown gefiel uns sehr gut. Wir genossen das indisch-malayische Essen und bereuten es, nicht mehr Zeit auf Penang zu haben.... wie es scheint, müssen wir wohl nochmal zurück kommen um den Rest von Penang anzuschauen und doch noch Insel-Hopping zu machen, dann aber NICHT zur Hoch-Hoch-Saison.

Wednesday, 22 December 2010

Chiang Mai & Pai: Hauptsache "härzig"

Von der lao-thailändischen Grenze aus sind wir, seit langem wieder einmal mit dem öffentlichen Bus mitten unter Einheimischen, nach Chiang Mai gefahren, der kulturell wichtigsten Stadt in Thailand. Chiang Mai ist berühmt für vier Dinge: 1. viele schöne Tempel, 2. den Nachtmarkt, 3. Dschungel-Trekking und 4. Kochkurse. Drei der vier Dinge standen auch bei uns auf dem Programm. Das Dschungel-Trekking hat Claudia vor 6 Jahren gemacht und es konnte damals schon nicht viel. ;-)

Seit Claudias letztem Besuch in Chiang Mai, ist dieses mächtig gewachsen... in touristischer Hinsicht jedenfalls. Es gibt jetzt an jeder Ecke Kochschulen, (zu Claudias Freude) Bücherläden und der Nachtmarkt ist ebenfalls um ein X-faches grösser geworden.

Da uns, nach der Gemütlichkeit in Laos, Chiang Mai zu hektisch war, machten wir uns auf, über 376 Kurven ins verschlafene Pai. Von wegen verschlafen... in Pai gibt es zwar noch immer nicht sehr viele westliche Touristen, aber im Dezember und Januar stürmen Horden von Thais dieses Dorf. Wo während 10 Monaten im Jahr ca. 80% der Betten in den über 200 Gästehäusern/Hotels leer sind, werden für diese Zeit sogar noch Zelte aufgestellt und zu horrenden Preisen vermietet. So waren wir froh, nach 2-stündigem Suchen überhaupt noch ein bezahlbares Zimmer zu finden.

Es war ein ganz spezielles Erlebnis, den thailändischen Touristen in ihren Ferien zuzuschauen. So lösten sich einige Rätsel für uns... wir wissen jetzt, wer all diese Souvenirs kauft, die wir (Westler) nie im Leben kaufen würden. Wir wissen jetzt, dass "härzig" nicht nur in Japan Trumpf ist, sondern auch in Pai verkaufsentscheidend. Und wir wissen jetzt, dass es bei Winterkleidern nicht auf die Temparatur, sondern aufs Datum ankommt... oder wie lässt es sich sonst erklären, dass Thais bei 25°C in der Daunen-Jacke rumlaufen?!

Nach ein paar Tagen im "härzigen" Pai fühlten wir uns bereit, wieder in den Rummel runter nach Chiang Mai zu fahren und dort noch einige Tempel zu besichtigen und auf dem Night-Market einzukaufen.

Nach über 4,5 Monaten in China, Tibet, Japan, Vietnam, Cambodia und Laos spüren wir, dass wir eine Sightseeing-Pause brauchen. Als nächstes gönnen wir uns eine Auszeit auf einer Insel in Süd-Thailand.

Friday, 10 December 2010

Laos II: von grossen Töpfen und ignoranten Touristen

Obwohl Vang Vieng viel Charme hat, konnten wir uns losreissen (nicht wie andere Touristen, die wegen des Katers jeden Morgen/Mittag/Nachmittag den Bus verpassen und so wochenlang hier verhängen). Mit dem V.I.P.-MiniVan (WOW!!!) ging es über ca. 1 Million Kurven hoch nach Phonsavan in die etwas kühlere Hochebene der Tonkrüge. Berühmt ist diese Gegend wegen der über 2500 Jahre alten riesigen Steinkrüge, deren Ursprung und Verwendung noch heute ein Rätsel ist, sowie dafür, dass diese Hochebene die am stärksten verbombte Region der Welt ist. Die Amerikaner haben in dieser relativ kleinen Hochebene während dem Vietnam-Krieg mehr Bomben abgeworfen, als während des ganzen 2.Weltkrieges über Europa. Da ca. 30% der "Cluster-Bombs" nicht explodierten, stellen diese noch heute eine grosse Gefahr für die Bevölkerung dar.

Wieder über ca. 1 Mio. Kurven (die einer kanadischen Mitreisenden nicht so gut bekamen) fuhren wir hinunter in die Wärme nach Luang Prabang, der ehemaligen Hauptstadt von Laos. Luang Prabang, eingekeilt zwischen dem Mekong und einem kleineren Fluss, ist bilderbuchmässig für Touristen hergerichtet. Überall findet man schöne Gästehäuser im französischen Kolonialstil (z.T. neu erbaut) und schicke Cafés und Bars. Die eigentliche Attraktion sind aber die unzähligen aktiv genutzten Klöster und Tempel. Da die Mönche der Klöster selber nicht kochen dürfen, gehen sie jeden Morgen bei Sonnenaufgang in der sogenannten Morgenprozession auf Almosen-Tour durch die Stadt. Leider mauserte sich dieser schöne Brauch zu einem Touristenspektakel, bei dem sich viele westliche Touristen von ihrer respektlosesten Seite zeigen. Die Mönche wollten die traditionelle Prozession deshalb schon mal abschaffen, aber die Regierung hat angedroht einfach Laien-Schauspieler zu engagieren, um dieses Touristen-Magnet nicht zu verlieren.

Die Morgenprozession der Mönche und viele der reich verzierten Tempel liessen wir uns nicht entgehen, versuchten jedoch die buddhistischen Sitten und Bräuche zu respektieren. Ausserdem besuchten wir wieder einmal einen Kochkurs, diesmal nicht nur einen halben, sondern gleich einen ganzen Tag lang... einkaufen, käfele, kochen, essen, kochen, käfele, mehr kochen, alles essen. Uff! Mit einem Teil unserer Kochklasse machten wir am nächsten Tag noch einen Ausflug zu den kitschig schönen Wasserfällen mit den türkisen Becken zum Schwimmen. Bei einem der Pools hatte es sogar einen Rope-Swing, was für einigen Spass und heftigen Muskelkater am nächsten Tag sorgte.

Mit dem Slow-Boat ging es auf einer gemütlichen 2-Tages Mekongfahrt weiter bis nach Huay Xai an die thailändische Grenze.

Wednesday, 1 December 2010

Laos I: Inselurlaub, Visumsschnippchen und Tubing

Mit dem Mini-Bus überquerten wir die Grenze von Cambodia nach Laos in der Nähe der 4000-Inseln. Ganz im Süden von Laos fächert der Mekong sich weit auf und bildet zur Regenzeit einige und zur Trockenzeit unzählige Inseln. Auf einer der drei bewohnten Inseln legten wir einige Tage Rast ein, um "Urlaub" zu machen. Lesen, Fruchtshakes trinken, ausschlafen und rumhängen war angesagt. Lange hielten wir das allerdings nicht aus und so schwangen wir uns schon am zweiten Tag auf Velos und kurvten um die südlichsten zwei Inseln (Don Det & Don Khone). Idyllische Reisfelder so weit das Auge reicht, den "grössten" Wasserfall Süd-Ost-Asiens und sogar einen kleinen Sandstrand gab es zu sehen.

Mit dem Kuschel-Bus (siehe Gallery) holperten wir (es rüttelte so sehr, dass die Nase von den Vibrationen kitzelte!) über Nacht in die verschlafene Hauptstadt Vientiane. Es gibt in Vientiane nicht viel zu sehen oder zu unternehmen, aber da dort die thailändische Botschaft und auch ein Grenzübergang zu Thailand ganz in der Nähe ist, lösten wir unsere beiden kleinen Visums-Probleme: Um länger als die gewährten 15 Tage in Laos bleiben zu können, mussten wir einen 10-Minuten-Ausflug auf die thailändische Seite der Friendship-Bridge machen und wieder in Laos einreisen, um erneut 15 Tage zu erhalten. Und da man bei der Einreise nach Thailand per Bus oder Boot ebenfalls nur ein 15-Tage-Visum erhält, wir aber länger bleiben möchten, besorgten wir uns bei der Botschaft ein 2-Monate-Visum.

Neben den gelösten Visums-Problemen waren die riesige goldene Stupa und die leckeren Pepperkakor aus der Scandinavian Bakery klar unsere Highlights in Vientiane!

Nachdem wir in ganz Süd-Ost-Asien immer wieder junge Reisende mit "Tubing in Vang Vieng"-T-Shirts gesehen haben, wollten wir das Spektakel natürlich mit eigenen Augen begutachten. Vang Vieng ist wunderschön gelegen, an einem kleinen Fluss umgeben von Karstfelsen. Berühmt ist das eigentlich ruhige Städtchen dafür, dass man sich in einem Gummi-Reifen den Fluss herunter treiben lässt und sich dabei an den unzähligen Flussbars masslos betrinkt. Als wir am frühen Nachmittag ankamen, konnte man davon allerdings noch nichts erkennen... doch kurz vor Sonnenuntergang trudelten die besoffenen (durchschnittlich 20-jährigen) "Tuber" im Städtchen ein und zogen grölend durch die Gassen.

Wir entschieden uns dann doch für eine andere Tagesaktivität und machten eine "Caveing, Tubing, Kajaking"-Tour auf dem selben Fluss. Auf Gummireifen paddelten wir tief in eine der Karsthöhlen und anschliessend mit dem Kajak den Fluss hinunter (an den "Tubern" vorbei) bis nach Vang Vieng.

Saturday, 20 November 2010

Cambodia: die Grauen der Roten Khmer und die Wunder aus der Angkor-Zeit

Nach unserer Kaffeefahrt durch das Mekongdelta, trafen wir mit einigen Stunden Verspätung in Phnom Penh direkt vor einem Backpacker Hostel ein. Die "praktische" Verspätung führte (zum Glück für unseren Fahrer) dann auch dazu, dass wir ohne weitere Hostels anzuschauen im Okay-Guesthouse blieben... und er dafür vermutlich eine kleine Kommission kassierte. ;-)

Phnom Penh ist die Hauptstadt Cambodias und dabei noch immer übersichtlich klein. Die Hauptattraktionen sind der wunderschöne Königspalast und die brutalen Überbleibsel der kurzen, aber sehr blutigen Machtzeit der Roten Khmer. Einen Tag widmeten wir diesen Orten des Grauens. Die ehemalige High-School Tuol Sleng wurde von den Roten Khmer als Gefängnis und Folteranlage benutzt. In den Killing-Fields, 10km ausserhalb der Stadt, wurden fast alle Gefangenen, welche die Folter überlebt hatten, brutal abgeschlachtet. Um "wertvolle" Munition zu sparen, wurden sie nicht erschossen, sondern mit Handwerks- oder Ackerwerkzeug ermordet und in Massengräbern verscharrt (zwischen 1975 und 1979 brachten sie ca. zwei der damals acht Millionen Cambodianer um). Weitere Details dieser schlimmen Zeit möchten wir euch an dieser Stelle ersparen.

Weiter nördlich in Battambang, wir trafen wiederum ein paar Stunden später ein, als angekündigt ;-), gönnten wir uns etwas Ruhe und eine regelrechte Hotel-Suite für gerademal 10$. Am ersten Tag machten wir einen Kochkurs. Im Smokin'Pot lernten wir, wie man ein SUPER leckeres Amok zubereitet (die Cambodianische Antwort auf ein Thai-Curry) und dass Basilikum auch richtig scharf sein kann. Am zweiten Tag fuhren wir mit dem Bamboo-Train auf den wohl krümmsten Schienen der Welt ein paar Kilometer durch die Gegend und beobachteten Fischer bei der Arbeit.

Als grosses Highlight stand als nächstes Siem Reap mit den Tempel-Anlagen aus der Angkor-Zeit auf dem Reiseprogramm. Obwohl der Eintritt für hiesige Verhältnisse enorm teuer war (40$ für 3 Tage), hat sich jeder Cent gelohnt. Einen Tag lang nahmen wir uns ein Tuk-Tuk, das uns zu den entlegeneren Tempeln brachte, und die anderen zwei Tage waren wir mit dem Velo unterwegs; am zweiten Tempel-Tag sogar von vor Sonnnenaufgang bis nach Sonnenuntergang! Was für ein Tag! Danach brummten uns die Schädel vor lauter Tempeln... und nicht nur unsere Schädel brummten, sondern die ganze Stadt, aber nur indirekt wegen der Tempel. Die ganze Stadt ist seit der Öffnung des Landes und der Tempelanlagen für Touristen quasi aus allen Nähten geplatzt. Es hat mehr Touristen als Einwohner und ein riesiges Überangebot an allem (Tuk-Tuk-Fahrer, Souvenirstände, Restis, Unterkünfte).

Der letzte Halt (auch hier wieder mit X Stunden Verspätung) auf unserer Reise durch Cambodia war Kratie. Eine kleine Stadt (um nicht zu sagen ein Dorf) am Mekong, in dessen Nähe man die seltenen Irrawaddy Süsswasser Delfine sehen kann. Da der Mekong aber komplett braun ist und die Delfine nicht so gerne Kunststücke zeigen, wie ihre Verwandten im Conny-Land, haben wir ausser ein paar Köpfen und Rückenflossen nicht viel von ihnen gesehen.

Nach zwei Wochen in Cambodia verabschieden wir uns von diesem kontrastreichen und armen Land mit seiner unglaublich fröhlichen und freundlichen Bevölkerung.

Friday, 12 November 2010

Vietnam II: unzählige Schneider und eine Kaffeefahrt

Unsere Flucht vor dem Wetter und den unfreundlichen Nord-Vietnamesen konnte uns nicht davon abhalten in Hoi An einen Stopp einzulegen. Hoi An ist berühmt für massgeschneiderte Kleider und darüber hinaus auch ein ganz hübsches kleines Städtchen.

So machten wir uns in Hoi An denn auch auf die Suche nach einem Schneiderladen, was bei über 200 Ateliers nicht ganz einfach war. Lieber alles bei einem Schneider machen lassen oder das Risiko einen schlechten ausgewählt zu haben aufteilen und bei mehreren Schneidern etwas bestellen? Da wir uns nicht damit anfreunden konnten etwas aus dem "Katalog" zu bestellen ohne zu wissen, ob der Schneider das überhaupt so schön machen kann, klapperten wir (fast) alle 200 Läden ab und hielten nach schönen Ausstellungstücken Ausschau. Schliesslich bestellten wir bei 3 verschiedenen Schneidern Kleider, Jacken, Hemden und T-Shirts. Nach dem vierten Mal anprobieren und nachbessern, passte dann auch alles und wir waren ganz zufrieden.
Aus den geplanten 3 Tagen in Hoi An wurden leider krankheitshalber 5 Tage... aber vor der Abreise war unsere Verdauung schon wieder so gut auf dem Damm, dass wir neben der schönen Altstadt auch noch das wohl beste Schoggi-Dessert (Schoggimousse-Törtchen umhüllt von dunkler Schokolade) des letzten halben Jahres sehr geniessen konnten. Mmmhh!!! LECKER!!

Weiter südlich, in Saigon (a.k.a. Ho Chi Minh City) legten wir uns die Pläne zurecht, wie wir aus Vietnam weiter Richtung Cambodia reisen wollten. Bevor wir weiter zogen, besichtigten wir die Cu Chi-Tunnels, ein über 200km langes Tunnelsystem nördlich von Saigon, das die Vietcong als Versteck vor den Amerikanern gebaut hatten. Sehr eindrücklich und SEHR eng! Ebenso besuchten wir den grössten Gao-Dai Tempel, einer "neuen" Religion, die es nur in Vietnam gibt. Ein Misch-Masch aus Hinduismus, Buddhismus, Christentum, Taoismus und Konfuzianismus...da soll einer noch drauskommen!

Nach drei Tagen in und um Saigon brachen wir auf zu einer 3-tägigen "Kaffeefahrt" mit ca. 40 anderen Touris durch das Mekong-Delta auf. Wir wurden von unserem singenden Guide, wie eine Schafherde von Sehenswürdigkeit zu Souvenirstand zu Tee-Pause (jeweils mit Einkaufsmöglichkeit versteht sich!) gehetzt. Massentourismus wie man ihn eigentlich nie erleben will! Trotz allem bekamen wir einen kleinen Einblick in das Leben am, im und um den Mekong. Am Ende der Tour fuhren wir nicht wie die meisten zurück nach Saigon, sondern mit dem Slow-Boat ins benachbarte Cambodia.

Sunday, 7 November 2010

Vietnam I: Regenwetter und Imperativ

 Nach drei Wochen im hoch entwickelten Japan, kommt uns das kommunistische Vietnam vor, wie eine andere Welt. Es ist wieder laut und dreckig, dafür aber auch um einiges günstiger. Unser Vietnam-Tagesbudget (inkl. Übernachtung) hätte in Japan gerade mal für ein Abendessen gereicht. ;-) Auch die Kultur ist eine ganz andere. Willkommen im Land des Imperativ: "Hello, you buy me cigarettes!", "Hello, you sit here!", "You eat!" und ähnliches benutzen die Vietnamesen zur Begrüssung... so scheint es uns wenigstens. Wir grüssen freundlich zurück mit "No, already have!".

In Hanoi gönnten wir uns nach den "stressigen" 3 Wochen in Japan, als erstes ein paar Tage "dolce-far-niente". Das Wetter spielte super mit, es war bewölkt und regnerisch und so hatten wir nicht einmal das Gefühl, draussen etwas zu verpassen.

Von der Hauptstadt aus reisten wir weiter zur berühmten und wunderschönen Ha Long Bucht mit ihren hunderten von kleinen Karst-Inseln. Auf einem eintägigen Bootsausflug schipperten wir durch die Bucht und besichtigten gut versteckte Tropfsteinhöhlen und badeten an einem niedlichen, einsamen Sandstrand.

Eigentlich wollten wir ein paar Tage "Strandferien" machen, aber das Wetter machte uns einen tüchtigen Strich durch die Rechnung. Für alle Strände entlang der Küste waren für die nächsten 10 Tage starke Niederschläge wegen eines Taifuns angekündigt. Und zwar so stark, dass die Wassermassen gleich Teile der Eisenbahnlinie wegspülten. Mit Zugfahren war also auch nichts.

So mussten wir uns für die Strecke bis nach Hue mit dem Schlafbus begnügen, was für Personen über 1.70m nicht sonderlich bequem ist. In Hue machten wir eine kleine Bootsfahrt und besichtigten drei Königsgräber aus dem 19. und 20. Jahrhundert, aber irgendwie konnten wir uns für Land und Leute nicht so richtig begeistern. Die Sehenswürdigkeiten sind (vermutlich dank des Kommunismus und des USA-Krieges) in einem sehr schlechten Zustand und uns schien es, als würden wir überall abgezockt und dies ohne die sonst übliche asiatische Freundlichkeit (auch dies ev. ein Schaden des Kommunismus?).

Wir sind gespannt, ob sich die Berichte anderer Reisender bestätigen und die Vietnamesen im Süden des Landes freundlicher sind...