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Sunday, 23 October 2011

Schilthorn, Jungfraujoch und Zermatt: mit halb Asien unterwegs in der Schweiz

Wir haben in 16 Monaten verdammt viel von der Welt gesehen, aber Dominik war noch nie auf dem Jungfraujoch und Claudia hat das Matterhorn noch nie "live" gesehen. Was für ein Missstand!! Höchste Zeit, etwas Sightseeing in der wunderschönen Schweiz zu machen.

Wir entschieden uns, uns den Asiaten anzuschliessen und das Hi-Speed-Touri-Programm für die Schweiz mitzumachen. An einem wunderschönen Herbstwochenende machten wir uns also auf den Weg ins Berner Oberland.

Mit dem Zug reisten wir am Samstag Morgen von Zürich via Bern nach Interlaken, an den Überschwemmungsschäden vom letzten Wochenende vorbei, zu unserem ersten Touri-Ziel: Piz Gloria auf dem Schilthorn. Bekannt aus dem James Bond Film "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" aus dem Jahre 1969. Wir genossen die sensationelle 360°-Aussicht und teilten unsere mitgebrachten Sandwiches mit den super-zutraulichen Bergdohlen. Sie frassen uns zwar aus den Händen, aber streicheln konnte Claudia dann doch keine.

Nach einem Kaffee im Drehrestaurant "Piz Gloria" machten wir uns auf den überhaupt nicht anstrengenden Abstieg (mit dem Bähnli) zurück ins Tal, um dort noch die Trümmelbachfälle anzuschauen. In Interlaken übernachteten wir im Mattenhof Resort, wo wir, dank später Ankunftszeit, ein Upgrade in die Suite mit Jungfrau-Sicht und Whirlpool erhielten. :-)

Am Sonntag hiess es früh aufstehen, um vor China, Japan, Taiwan und Indien auf dem Jungfraujoch zu sein. Schon die Fahrt mit der Zahnradbahn entlang der Eigernordwand bis zur kleinen Scheidegg war spektakulär. Doch dann kam der totale Irrsinn unserer Vorfahren... wer baut denn schon um 1900 einen Eisenbahntunnel von 2060 Meter über Meer bis hoch auf's Jungfraujoch auf 3471 Meter über Meer?! Die spinnen die Schweizer!

Oben angekommen machten wir natürlich die gleichen Touri-Fotos wie all die Asiaten, aber immerhin wanderten wir noch 45min durch den Schnee zur Mönchsjoch Hütte. Auch dort teilten wir unsere mitgebrachten Sandwiches wieder mit dem zutraulichen Bergdohlen. Nach dem Besuch in der Eisgrotte und der Aussichtsplattform in der Sphinx machten wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Highlight: Zermatt.

Da wir erst nach dem Eindunkeln in Zermatt ankamen, musste sich Claudia noch etwas gedulden, um einen Blick auf's Matterhorn zu erhaschen. Am Montag Morgen war es dann soweit... ca. um 6.30 war es hell genug, um vom Zimmer aus das Matterhorn zu erspähen und zu sehen, dass der Himmel wolkenlos war. Das Frühstück nahmen wir dann im Wintergarten des Hotel Couronne mit wunderbarer Sicht auf's Matterhorn ein. Immer wieder musste Claudia aufschauen um es nochmals zu bestaunen, das Matterhorn.

Mit der Zahnradbahn fuhren wir dann hoch auf den Gornergrat und freuten uns ab den japanischen, indischen und chinesischen Ansagen im Bähnli und natürlich amüsierten wir uns bei der Bergstation Gornergrat darüber, wie die Asiaten für Fotos posierten.

Dann hielt uns nichts mehr zurück und wir machten uns auf eine kurze Wanderung (!!!!!!!) hinunter zum Riffelsee, um die Spiegelung des Matterhorns darin zu betrachten.

In einer 5-stündigen Zugfahrt mit herrlicher Aussicht fuhren wir via Interlaken - Brünig - Luzern nach Zürich, fest entschlossen wiedermal einen Blog zu schreiben und die über 500 Fotos möglichst bald auszusortieren.

Tuesday, 2 August 2011

San Blas Islands & Panama: zum Abschluss nochmal Strand und richtig lecker Fleisch

Zwischen Kolumbien und Panama liegen einige Kilometer undurchdringbare Sumpflandschaft, keine Strassen, kein Durchkommen! Da wir trotzdem nach Panama wollten/mussten (um unseren Heimflug von Panama City nach Zürich zu erwischen), gab es für uns zwei Möglichkeiten: 1,5h fliegen oder 5 Tage durch die Karibik segeln. :-)

Noch in Cartagena trafen wir Martin (unser Antarktis-Mit-Explorer) wieder, der seine Reisepläne so richtete, dass er mit uns auf diesen Segeltörn kommen konnte.

Unter den vielen, vielen Booten, die diese Route für Backpacker anbieten, wählten wir Captain Bob mit seinem Katamaran Viva. Der Reiseplan sah vor, dass wir bis zu den San Blas Islands segeln und dort einige Tage die Inseln und verlassenen Strände geniessen würden.

Die ersten zwei Tage waren quasi der Preis, den wir bezahlen mussten, um diese schönen Inseln sehen zu können. Wir lagen mehr oder weniger apathisch mit Seekrankheitstabletten zugedröhnt herum und hofften auf ruhigere See. Die Wellen waren zwar bedeutend kleiner als in der Drake-Passage, aber dort hatten wir ja auch ein VIEL grösseres Boot. Unser "kleine" Katamaran wurde von den "nur" 3 Meter hohen Wellen recht hin und her geschaukelt.

Der Morgen des dritten Tages brachte DIE Erlösung. Hinter dem Barrieren-Riff, zwischen drei kleinen Inseln ankerten wir in klarem, türkisem und vor allem ruhigen Wasser. WOW!! Das Leiden hatte sich gelohnt! Die nächsten drei Tage sind schnell zusammengefasst: Sommer, Sonne, Sonnenschein, Schnorcheln im türkisen Wasser und faulenzen an einsamen, weissen Stränden unter Palmen und zur Abkühlung eisgekühltes Bier trinken. :-)

Die letzte Nacht war dann wieder weniger gemütlich und mit einigem Wellengang segelten wir nach Porto Bello in Panama. Die nächsten drei Tage verbrachten wir dann in Panama City. Wir verabschiedeten uns von Martin, der noch einige Wochen vor sich hat und trafen nochmals Bekannte von zu Hause: Urs und Sibylle.

Gemeinsam mit ihnen besuchten wir den Panama Kanal, schauten uns Panamas koloniale Altstadt und die top moderne Neu-Stadt an und gönnten uns nochmal richtig, richtig leckeres südamerikanisches Fleisch.

Am 27. Juli mussten/durften wir unsere Heimreise antreten. Via Amsterdam flogen wir mit KLM nach Zürich, wo wir müde, aber glücklich ankamen und sehr herzlich von unseren Familien empfangen wurden. In den letzten paar Wochen merkten wir, dass wir langsam, aber sicher reisemüde wurden und uns mehr und mehr auf die Schweiz, Familie & Freunde und viele, viele Kleinigkeiten freuten.

Monday, 25 July 2011

San Gil, Tayrona, Cartagena: schwitzen mit Stil... Kolonialstil!

Von Bucaramanga aus machten wir einen Ausflug nach San Gil, eigentlich "das Zentrum für Abenteuersport in Kolumbien", aber uns interessierte viel mehr der Canyon de Chicamocha und das kleine Kolonial-Städtchen Barichara ganz in der Nähe.

Auf dem Weg nach San Gil fuhren wir mit dem Bus durch den Canyon de Chicamocha und machten einen Halt beim gleichnamigen Nationalpark. Da dieser aber mehr Disney Land, als ein Natur Park war, wurde dieser Halt sehr kurz. Foto links, Foto rechts und ab mit dem nächsten Bus nach San Gil, wo wir den Rest des Nachmittags am Hostel-Pool verbrachten. HERRLICH!!

Ein heftiges Gewitter, bzw. ein Blitz sorgte dafür, dass ein kleines Transformerhäuschen "explodierte" und wir (sowie das ganze Dorf) im Dunkeln Znacht assen. Da ohne Strom nicht viel los war in San Gil, gingen wir entsprechend früh ins Bett... leider auch ohne Ventilator und das bei 30°C im Zimmer. Am nächsten Tag (Montag) besuchten wir das klitze-kleine Kolonial-Städtchen Barichara, das von allen Kolumbianern in den höchsten Tönen gerühmt wurde. Hübsch war es tatsächlich, aber vermutlich erholten sich alle Einheimischen vom Touristenandrang vom Sonntag und so war am Montag fast alles geschlossen.

Via Bucaramanga ging es dann wieder nordwärts und zwar mit unserem vorerst letzten Nachtbus (HURRAAA!!!!) nach Santa Marta, dem Ausgangsort für Besuche im Tayrona National Park... nein diesmal kein Disney Land, sondern tatsächlich Natur pur!

Mit leichtem Gepäck machten wir uns auf in den Park. Zuerst mit dem Bus und dann zwei Stunden zu Fuss bis zum ersten Karibik-Strand. Die Hauptattraktionen des Parks sind der unberührte Trockenwald und die unverbaute, zerklüftete Küste, gespickt mit malerischen Buchten mit schönen weissen Sandstränden. Unser Interesse galt natürlich dem Wandern im Trockenwald.... NOT!!!!! Die Sandstrände waren unser Ziel. Übernachten kann man im ganzen Park nur an zwei Orten, entweder im eigenen oder gemieteten Zelt oder in der Hängematte. Zu Dominiks Entsetzen wollte Claudia unbedingt die Hängemattenoption ausprobieren, doch wie sich herausstellte schläft es sich in einer Hängematte bedeutend bequemer, als in einem Zelt auf einem dünnen Mätteli.

Nach zwei Tagen mit wenig Wandern und viel am Strand hängen und im warmen karibischen Meer baden, machten wir uns auf den Weg in unsere letzte kolumbische Stadt: Cartagena. Um ehrlich zu sein, haben wir von Cartagena nicht viel gesehen, aber das was wir gesehen haben, hat uns SEHR gut gefallen... wir haben volles Verständnis dafür, dass die UNESCO den alten Stadtkern zum Weltkulturerbe erklärt hat. Gegen Cartagena erblassen die meisten anderen "schönen" Kolonialstädte. Innerhalb der wenigen km2 der Altstadt kann man alles haben: vom teuren Boutique Hotel (400 CHF für's Doppelzimmer) bis zum Dorm-Bett für 10CHF oder lecker Sushi für 25CHF bis zum 3-Gang-Menu für 3CHF pro Person gibt's alles...und das meiste davon frittiert. ;-)

Das Frittierte und das Boutique Hotel liessen wir zwar bleiben, aber Cartagena hat uns trotz der über 30°C und knapp 100% Luftfeuchtigkeit wirklich super gefallen... wie ganz Kolumbien halt.

Thursday, 14 July 2011

Medellin, Bogota, Bucaramanga: Fett, Gold, Wind

Die ehemalige Drogenhochburg Medellin hat seit dem Tod des Drogenbarons Pablo Escobar riesige Veränderungen erfahren. Es ist heute eine (relativ) sichere, moderne und für Touristen attraktive Stadt. Uns gefiel sie auf Anhieb. Leider kamen wir jedoch an einem Samstag Abend in Medellin an. Wie wir ja schon von Popayan wissen, ist am Sonntag alles geschlossen (sogar der Turibus fiel aus!) und die Kolumbianer strömen in Scharen in die Parks und Freizeitanlagen der Stadt. So fanden wir vor lauter Leute im botanischen Garten die Pflanzen gar nicht.

Da der Montag dann auch noch ein Feiertag war, wiederholte sich das Ganze gleich noch einmal. Restaurants und Läden waren geschlossen,  das Natur-Reservat ausserhalb der Stadt war ab Mittag wegen zu hohem Andrang zu und die Pärke in der Stadt rammelvoll.

Immerhin machte der Turibus am Montag doch eine Stadt-Rundtour, bei der wir mitfahren konnten. Auf dieser Rundtour besuchten wir einige der überfüllten Parks und schauten uns ein paar FETTE Statuen des kolumbianischen Künstlers Botero an. Wir vermuten, dass Botero die Vorbilder für seine Statuen in der Bevölkerung findet, denn es ist unglaublich, wieviele wirklich wirklich wirklich übergewichtige, viel viel viel zu eng gekleidete Leute durch Medellin schwabbeln.

Am Dienstag hiess es für die Parks endlich durchschnaufen... die Stadt wirkte wie ausgestorben, da alle wieder an der Arbeit waren. Doch wir hatten uns zu früh gefreut, am Dienstag waren die Parks zwar leer, aber für Aufräumarbeiten allesamt geschlossen.

Nach 3 Tagen verliessen wir Medellin ohne die meisten Parks auf unserer "Must-Visit"-Liste wirklich gesehen zu haben. Da waren die Aussichten für Bogota schon besser. Hier wollten wir unbedingt das Goldmuseum und einige Kirchen in der Altstadt besuchen, was uns schon am ersten Tag gelang! Auch den Kaffee-Kurs "Espresso y Cappuccino" konnten wir super-kurzfristig noch organisieren. Im Kurs lernten wir die Tücken der Espressozubereitung kennen und brachten nach X Fehlschlägen auch einige sehr akzeptable Espressos zustande.

Mit Chef-Kaffee-Probiererin Claudia (die ein mega Koffein-Hoch hatte) besuchte Dominik dann noch die angebliche Touristen Attraktion Nr. 1 von Kolumbien, die Salz-Kathedrale in Zipaquira. Das mit der Nr.1 konnten wir nicht ganz nachvollziehen, aber beeindruckt von der Grösse der ausgehobenen Kavernen waren wir dennoch.

Die nächste Station auf unserer Reise nach Norden war Bucaramanga. Diese Stadt steht eigentlich überhaupt nicht auf der Liste der Top-Touristen-Attraktionen... ausser man ist Gleitschirmpilot. :-)

Wir quartierten uns bei Richi und Russel im "Flug-Hostel" ein und versuchten unser Glück und Können. Die Wetterverhältnisse und das schon recht betagte Flugmaterial waren eine rechte Herausforderung, aber schliesslich schafften wir es über eine Stunde mit Aussicht auf die Stadt im warmen Karibik-Wind zu soaren.

Friday, 8 July 2011

Ipiales, Popayan, Salento: Kirchen, Kaffee und Kolibris

Sicher in Kolumbien angekommen, machten wir gleich hinter der Grenze eine "Verschnaufpause". In Ipiales steht nämlich eine der sehenswertesten Kirchen der Welt (wie uns diverse Internetseiten beibrachten). So nahmen wir uns denn auch Zeit, die Kathedrale von Las Lajas zu besuchen um uns eine eigene Meinung zu bilden. Und tatsächlich, die an die Felswand einer engen Schlucht gebaute Kirche hat uns sehr beeindruckt... ein Halt, der sich sehr gelohnt hat.

Eine anstrengende und sehr rüttelige 8-stündige Busfahrt später, kamen wir in Popayan an, wo Miri schon auf uns wartete. Von Popayan selber bekamen wir leider nicht sooo viel zu Gesicht, da die Kolumbianer am Sonntag wirklich alles dicht machen, ausser den Kirchen für die Zeit der Messe. Und da am Montag gleich noch ein Feiertag war, war auch an unserem zweiten Tag in Popayan fast alles in der Stadt geschlossen.

Wir liessen uns deshalb mit einem Pick-Up zu heissen Quellen fahren, um dort in Ruhe im heissen Schwefelwasser zu baden. Doch mit "Ruhe" war nichts... wie wir herausfanden, nutzten auch die Einheimischen den freien Tag und pilgerten in Scharen in die Therme, mit Pic-Nic, Zelt und allem was dazu gehört. Mit dem Mountainbike sind wir dann (mehrheitlich bergab) durch die schöne Landschaft zurück nach Popayan gefahren.

Zusammen mit Miri reisten wir weiter in die Kaffee-Zone von Kolumbien. Im herzigen Kolonialstädtchen Salento machten wir einige Tage Halt. Wir besuchten selbstverständlich eine Kaffeefarm, liessen uns erklären wie der Kaffee hier angebaut, geerntet und verarbeitet wird und tranken natürlich viel feinen Kaffee. Im "Casona de Lili" fanden wir in der Küche einen guten Backofen und so konnten wir es nicht lassen, einen feinen Butterzopf zu backen! Zusammen mit Butter, Honig und gutem Kaffee, das perfekte Frühstück!

Eine weitere Sehenswürdigkeit in der Umgebung von Salento ist das Valle Cocora. Ein Tal mit grünen Kuhweiden, gespickt mit bis zu 60m hohen Wachs-Palmen und dies auf fast 3000m. Wir machten eine Tagesrundwanderung hinein ins Tal, bis zum "Reserva Natural Acaime" und über den Höhenweg wieder zurück.

Im Reservat Acaime gibt's eine Hütte, in welcher Panela (heisser Zuckerrohr-Sirup) mit Käse oder heisse Schokolade mit Käse serviert wird. Die eigentliche Attraktion sind aber die unzähligen Kolibris, die hier zu künstlichen Futterstellen kommen. Wir verbrachten ganze 3,5h damit den Kolibris beim "Essen" zuzuschauen und versuchten das perfekte Kolibri-Foto zu schiessen. WOW war das cool, die kleinen, super-nervösen und bunt schillernden Vögel zu beobachten.

Da Miri sich auf den Weg richtung Buenos Aires machte, trennten sich in Salento unsere Wege.

Monday, 27 June 2011

Quito II & Galapagos: Luxus-Urlaub mit zutraulichen Tieren

Nachdem Dominik erfolglos "fast alle" Foto-Geschäfte in Quito, auf der Suche nach einem Kamera-Ersatz, abgeklappert hatte, eröffnete sich eine neue Möglichkeit.... AMANDA!!! Unsere Reisegefährtin für die Galapagos weilte noch einen Tag in Santiago de Chile und war so nett (DANKE DANKE DANKE DANKE), uns eine nagel-neue Nikon D90 zu kaufen und mit nach Quito zu bringen.

Da das Problem "Kamera-Ersatz" damit gelöst war, hatten wir doch noch Zeit für etwas Sightseeing in Quito. So besuchten wir (mit dem Taxi versteht sich) die Altstadt und besichtigten dort die riesige Basilica, die mit Blattgold zugepflasterte Kirche "Compania de Jesus" und das, nach unserer Ansicht, beste Muesum über Prä-Columbische Kulturen, das Museo Casa del Alabado.

Am Abend vor unserem Flug auf die Galapagos fing unser "Luxus-Urlaub" an: Wir wurden von unserem Tourveranstalter ins El Ventanal zum Znacht eingeladen. WOW, war das eine HAMMER Aussicht über ganz Quito, wunderschön arrangiertes, leckeres Essen und der Taxi Service im schönen Privat-Mini-Van war auch dabei.

Mit dem Flugzeug gings dann am anderen Morgen los nach Baltra bei Santa Cruz auf den Galapagos. Beim Warten auf unser Gepäck ging das grosse Ratespiel los, wer der Flugpassagiere wohl mit uns auf dem Boot sein würde. Wie sich herausstellen sollte, waren unsere 14 Mit-Passagiere alle ganz in Ordnung.

Als Auftakt für unsere 6-tägige Luxus-Cruise besuchten wir eine Aufzuchtstation für Galapagos-Riesenschildkröten. Ab dann standen jeden Tag zwei bis drei Exkursionen an verschiedenen Orten auf dem Programm. Wir wanderten zum zweit-grössten Vulkankrater der Welt, schnorchelten mit neugierigen Seelöwen und gemächlichen Meeresschildkröten, schauten den Iguanas und Seelöwen beim Faulenzen am Strand und auf den Lavafeldern zu und versuchten das perfekte Foto einer Sally Lightfoot Krabbe zu schiessen.

Die sechs Tage vergingen wie im Flug und rückblickend hätten wir gerne mehr Zeit hier verbracht... aber ganz zu Ende war unser Galapagos-Aufenthalt nach der Luxus-Cruise ja noch nicht. Wir hatten zusammen mit Amanda noch 2 Tage zur freien Verfügung. Da uns das Schnorcheln soooo begeistert hatte und wir unbedingt nochmals mit Seelöwen "spielen" wollten, machten wir noch einen Schnorchel-Tagesausflug und hätten beinahe (die Sicht im Wasser war leider zu schlecht) Hammerhaie gesehen, die weit unter uns durchgeschwommen sein sollen... haben uns jedenfalls die Taucher berichtet. :-(

Mit über 1000 neuen Fotos (!!!) und vielen wunderschönen Eindrücken flogen wir zurück ins gefährliche Quito, das wir am nächsten Tag schnur-straks Richtung kolumbianische Grenze verliessen. Amanda blieb noch zwei Tage in Quito und wurde prompt 50m vor unserem Hostel noch ausgeraubt.... Glück im Unglück, ihr geht es gut und sie hatte lediglich 8US$ dabei.

Tuesday, 21 June 2011

Cuenca, Banos & Quito: "ooohhh Ecuador... es muy peligroso!"

Noch bevor wir in Ecuador ankamen, wurden wir von Peruanern vor der Gefährlichkeit Ecuadors gewarnt. Es kam uns vor, wie mit den Malaria-Warnungen in Asien. "No, no, we don't have Malaria here, but where you've been and where you are going it is very dangerous!".

Ja, ja... und an der Grenze wurden wir dann auch von einem freischaffenden "Leibwächter" für 10US$ (ein kleines Vermögen für diese Region) sicher über die Grenze begleitet, weil es hier offenbar soooo gefährlich sei für Touristen. Einige Bus-Stunden später kamen wir in Cuenca an, das uns schon gar nicht mehr soooo gefährlich erschien. Wir trafen unser früheres Reisegspändli Eveline (diesmal in Begleitung ihrer Schwester) zum Znacht und genossen einen Tag Zwangs-Pause, da sonntags fast alle Geschäfte, Restaurants und Museen geschlossen sind. Am Montag schafften wir es dann doch noch die Schrumpfkopf-Sammlung und die Panamahutfabrik anzuschauen.

Am Dienstag fuhren wir mit dem Bus weiter Richtung Banos und in Banos angekommen glaubten wir plötzlich an die Warnungen der Peruaner. Während der 40-minütigen Busfahrt von Ambato nach Banos schaffte es ein geschickter Dieb, Dominiks Tagesrucksack aufzuschlitzen und auszuräumen. Jackpot für den Dieb, er freute sich sicher über die 2500.-CHF teure Foto-Ausrüstung. Wir konnten seine Freude nicht teilen und gingen in Banos erst mal zur Polizei. :-(

Wegen der geklauten Kamera war Dominik für die nächsten 2 Tage recht grummlig... da half auch die schöne Landschaft und das sehr leckere Chääs-Fondue im Schweizer Restaurant nicht. In Banos hörten wir dann auch von X Leuten Geschichten über Raubüberfälle in Quito, aufgeschlitzte Rucksäcke im Bus nach Banos und so weiter. Da dämmerte uns, dass an den Warnungen der Peruaner (und jetzt auch vieler Touris) doch was dran war. Leider las Dominik auch die explizite Warnung vor dieser Bus-Route einen Tag zu spät im Reiseführer. MIST!

Leicht genervt und inzwischen SEHR paranoid fuhren wir weiter ins gefährliche Quito, für welches uns empfohlen wurde, nach Einbruch der Dunkelheit, sogar für 200m Gehdistanz, ein Taxi zu bestellen. Das kann ja heiter werden!

Von Quito aus besuchten wir den grossen Samstagsmarkt in Otavalo, wo wir den "Locals" beim Kauf und Verkauf von allerlei Getier (Meerschweinchen, Hasen, Katzen, Hühnern, Gänsen, Schweinen, Schafen und Kühen) zuschauen konnten. Der sehr touristische und total überteuerte Kunsthandwerksmarkt konnte uns mit der vielen Ware "Made-in-China" weniger begeistern.

Dafür lohnte sich der Tages-Bike-Ausflug zum Cotopaxi umso mehr. Mit dem Mini-Van den Vulkan hoch bis ans Ende der Strasse und dann bei eisigen Temperaturen und Nieselregen mit dem Bike runterdüsen. Unten angekommen, zeigten sich die Wolken gütig und gaben für 15 Minuten den Blick zurück auf den imposanten, schneebedeckten Vulkan frei.