Unerse letzten Tage in China verbrachten wir in Shanghai. Mitunter ein Grund hier einen Stop zu machen, war die überall in China extrem stark beworbene Welt EXPO 2010. Da Shanghai auch sonst so einiges zu bieten hat und wir in den letzten paar Wochen recht zügig unterwegs waren, planten wir hier gleich eine ganze Woche ein. Denn eine ganze Woche in der gleichen Unterkunft, das fühlt sich schon fast an wie ein Zuhause. :-)
Die EXPO konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und so standen wir, nach zwei Tagen "Erholung" vom Reisestress, am Morgen um halb neun, mit "millionen" von Chinesen zwischen Metallschranken kanalisiert, vor den Eingängen zur EXPO und warteten auf die Türöffnung um 9 Uhr. Da wir schon von den enorm langen Wartezeiten bei gewissen Pavillions gehört hatten, mussten wir uns gleich am Morgen entscheiden, welchen dieser super-beliebten Pavillions wir trotzdem sehen wollten, ohne 4h Schlange stehen zu müssen. Wir entschieden uns für den ausserirdisch anmutenden
UK-Pavillion. Danach besuchten wir nur noch Pavillions mit Wartezeiten unter einer Stunde. Und natürlich den Schweizer-Pavillion, dessen Sesselbahn natürlich wieder einmal nicht funktionierte (SKANDAL!!!! Als ob die Schweiz keine Ahnung von Sesselbahnbau hätte!).
Den Rest der Woche verbrachten wir mit Sightseeing in der Stadt und Shopping (fast einen Tag verbrachten wir mit der Jagd nach einem LonleyPlanet für Japan, der in der ganzen Stadt ausverkauft sei und wir waren sogar im weltweit einzigen Barbie Flagship Store!). Weiter machten wir eine Velotour durch das Kunstquartier mit seinen dutzenden Gallerien, das Kulturquartier mit den alten Shanghaihäusern, die Französische Konzession mit den hübschen Häusern im Kolonialstil und den darin untergebrachten trendigen Boutiquen und Cafés.
Am letzten Abend gönnten wir uns in der Bar im Shanghai Hyatt, im 87. Stock des JinMao Towers noch je zwei "teuer" Drinks für Total 414Yuan(!!) dafür aber mit sensationeller Aussicht über die Stadt bei Sonnenuntergang. Mit den letzten 37 Yuan reichte es dann noch für ein super-leckeres Z'nacht für uns beide, inklusive Bier in einem etwas günstigeren Etablissement. ;-)
Nach fast zwei Monaten im Reich der Mitte, mit seiner enorm vielfältigen Landschaft, mit der abwechslungsreichen und super-günstigen Küche, mit seinen lustigen und zum Teil auch kuriosen Bewohnern, freuen wir uns jetzt auf ein neues Land mit hoffentlich weniger Dränglern, mit disziplinierteren Verkehrsteilnehmern und mit etwas mehr Ruhe auf der Strasse, im Bus, im Restaurant, überall.
Sunday, 26 September 2010
Saturday, 18 September 2010
Dali, Shangri-La, Lijiang: Kitsch für Fortgeschrittene
Da wir uns nicht zwischen Lijiang und Dali entscheiden konnten, beschlossen wir, beide Städtchen, die berühmt sind für ihre kitschig hergerichtete Altstadt, zu besichtigen.
Dali machte den Anfang. Da unser Zug um 6 Uhr Morgens ankam, konnten wir die Altstadt noch ohne Touris sehen. Später wimmelte es in den Gassen von chinesischen Tourgruppen und niemand hätte gedacht, dass die Hauptreisesaison der Chinesen eigentlich schon geendet hatte. Genauso wie die Altstadt wurde auch der Park um die 3 Pagoden vollständig renoviert und neu auf "alt" gemacht. Das Resultat ist eine kitschige Mischung aus alten Mustern gefertigt als billige moderne Massenware. Trotzdem hatte es etwas... in 10 Jahren, wenn die Mauern wieder etwas schief stehen, sieht das ganze ja vielleicht wirklich aus wie vor 100 Jahren.
Die nächste kitschige Altstadt, Shangri-La (a.k.a. Zhongdian), wirkte viel charmanter. Hier gab es tatsächlich noch viele "echt" alte Häuser. Das Konzept der sanften Renovation hat hier ein sehr hübsches Resultat ergeben. Die Nähe zu Tibet war hier schon deutlich spührbar. Mit dem Velo radelten wir zum grössten tibetischen Kloster ausserhalb Tibets und assen wieder einmal leckere Momos (tibetische Dumplings). Da die Landschaft um Shangri-La sehr den schweizer Voralpen gleicht, sparten wir uns den völlig überteuerten Eintritt in den Nationalpark. Auch bei den heissen Quellen verzichteten wir auf ein Bad... das aber mehr aus hygienischen als aus finanziellen Gründen. ;-)
Bevor wir die dritte kitschige Altstadt besichtigten, machten wir einen Abstecher zur Tigersprungschlucht. Die mit 3900 Metern tiefste Schlucht der Welt durchwanderten wir in einem zweitägigen Trekking. Siech nomal, isch das en Schlucht!!!
Die letzten zwei Tage mit Karin und Stef verbrachten wir in der Altstadt von Lijiang. Sie ist fast genauso kitschig wie die anderen zwei, aber die Fusion von Alt und Neu ist hier besser gelungen. In wunderschönen alten Gebäuden sind Läden, Hostels, Restaurants, Bars und sogar Discos untergebracht. Da wir am Samstag ankamen, konnten wir gleich noch miterleben wie die Chinesen hier Party machen: viel Bier & Schnapps und überall viel zu laute Musik. Trotzdem gefiel uns Lijiang mit seinen Gässchen und kleinen Bächen super gut.
Nach zwei Wochen zu viert, hiess es nun wieder Abschied nehmen: Karin und Stef zogen weiter in Richtung Tibet und uns zieht es nach Shanghai.
Dali machte den Anfang. Da unser Zug um 6 Uhr Morgens ankam, konnten wir die Altstadt noch ohne Touris sehen. Später wimmelte es in den Gassen von chinesischen Tourgruppen und niemand hätte gedacht, dass die Hauptreisesaison der Chinesen eigentlich schon geendet hatte. Genauso wie die Altstadt wurde auch der Park um die 3 Pagoden vollständig renoviert und neu auf "alt" gemacht. Das Resultat ist eine kitschige Mischung aus alten Mustern gefertigt als billige moderne Massenware. Trotzdem hatte es etwas... in 10 Jahren, wenn die Mauern wieder etwas schief stehen, sieht das ganze ja vielleicht wirklich aus wie vor 100 Jahren.
Die nächste kitschige Altstadt, Shangri-La (a.k.a. Zhongdian), wirkte viel charmanter. Hier gab es tatsächlich noch viele "echt" alte Häuser. Das Konzept der sanften Renovation hat hier ein sehr hübsches Resultat ergeben. Die Nähe zu Tibet war hier schon deutlich spührbar. Mit dem Velo radelten wir zum grössten tibetischen Kloster ausserhalb Tibets und assen wieder einmal leckere Momos (tibetische Dumplings). Da die Landschaft um Shangri-La sehr den schweizer Voralpen gleicht, sparten wir uns den völlig überteuerten Eintritt in den Nationalpark. Auch bei den heissen Quellen verzichteten wir auf ein Bad... das aber mehr aus hygienischen als aus finanziellen Gründen. ;-)
Bevor wir die dritte kitschige Altstadt besichtigten, machten wir einen Abstecher zur Tigersprungschlucht. Die mit 3900 Metern tiefste Schlucht der Welt durchwanderten wir in einem zweitägigen Trekking. Siech nomal, isch das en Schlucht!!!
Die letzten zwei Tage mit Karin und Stef verbrachten wir in der Altstadt von Lijiang. Sie ist fast genauso kitschig wie die anderen zwei, aber die Fusion von Alt und Neu ist hier besser gelungen. In wunderschönen alten Gebäuden sind Läden, Hostels, Restaurants, Bars und sogar Discos untergebracht. Da wir am Samstag ankamen, konnten wir gleich noch miterleben wie die Chinesen hier Party machen: viel Bier & Schnapps und überall viel zu laute Musik. Trotzdem gefiel uns Lijiang mit seinen Gässchen und kleinen Bächen super gut.
Nach zwei Wochen zu viert, hiess es nun wieder Abschied nehmen: Karin und Stef zogen weiter in Richtung Tibet und uns zieht es nach Shanghai.
Monday, 13 September 2010
Yangshuo, Longsheng, Kunming: unterwegs mit Freunden
Nach 26 Stunden in Bus und Zug wurden wir am Busbahnhof in Yangshuo von Karin und Stef herzlich empfangen. Der Zufall wollte es, dass wir die selbe Reiseroute für Süd-China geplant hatten und das auch noch zur gleichen Zeit. So beschlossen wir, die nächsten zwei Wochen gemeinsam zu reisen.
Wir waren überrascht, dass Yangshuo, das für die umliegenden Karsthügel und die Flusslandschaft bekannt ist, soooo touristisch ist. Alles scheint zu 100% auf Touris ausgerichtet zu sein. Das war einerseits ein kleiner Schock, andererseits erfreuten wir uns sehr an den auf Westler ausgerichteten kleinen Cafés und ihrem Frühstück mit Latte Macchiato.
Nach zwei Tagen zwischen den Karsthügeln, welche wir bei einer Flussfahrt und "der" abendlichen Lightshow bewunderten, begaben wir uns nach Longsheng, dem Ausgangpunkt zur Besichtigung der Drachenknochen-Reisterrassen. Nach dem Touristisch sehr überladenen Yangshuo genossen wir die Ruhe und Einsamkeit in den malerischen, satt-grünen Reisterrassen sehr.
Da unser Zeitplan recht gedrängt war, machten wir uns schon nach einer Nacht in den Reisterrassen auf den Weg nach Kunming, unserem Sprungbrett in die Yunnan-Provinz. Kunming selbst bietet ausser den Westbergen nicht sehr viel, aber unser Hostel hatte gutes Essen und gemütliche Sofas, die zum Verweilen einluden. Die Westhills und die in den senkrechten Fels gehauenen Tempel um das Dragons Gate, liessen wir uns aber nicht entgehen.
Sunday, 5 September 2010
Hong Kong und Macao: klein aber fein!
Angekommen in Hong Kong machten wir uns auf die Suche nach einem preiswerten und sauberen Hotelzimmer. Wie sich herausstellte, war dies fast schon ein Widerspruch in sich, denn wir mussten uns mit einem 8 qm Zimmer (Dusche/WC eingerechnet) für umgerechnet Fr.50.- zufrieden geben (für Hong Kong offenbar fast schon ein Schnäppchen).
Egal, schliesslich waren wir ja hier, um die Stadt zu erkunden. So fuhren wir mit einer Art "Poly-Bähnli" in grösserer Ausführung steil hinauf auf den Victoria Peak und verschafften uns einen Überblick über die Stadt. Besonders eindrücklich: Viel Wald und steile Hügel und mitten heraus "spriessen" die Wolkenkratzer.
Die nächsten 5 Tage besichtigten wir alle "Must-sees" von Hong Kong und versichterten täglich dutzenden Strassenhändlern, dass wir wirklich, wirklich, wirklich keine "echte" Rolex und auch keinen Massanzug benötigen. Ein besonderes Erlebnis war die Lightshow die jeden Abend an der, schon bei Tageslicht beeindruckenden, Skyline Hong Kongs vorgeführt wird.
95km entfernt von Hong Kong liegt eine weitere "chinesische" Spezialität: Macao. Bis 1999 war Macao noch eine Kolonie Portugals und dementsprechend ist hier Portugisisches und Chinesisches bunt gemischt... in der Architektur, im Essen, in der Sprache und bei den Leuten. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Ausserdem ist Macao das kleine Las Vegas von Asien. Riesige Casinos umgeben die kleine portugisisch-chinesische Altstadt. Obwohl uns verschiedene Reisende sagten "If you don't like gambling, then skip Macao!", hat uns Macao nicht wegen der blinkenden, glitzernden Casinos, sondern wegen der Atmosphäre in der portugisisch geprägten Altstadt und wegen der kulturellen und kulinarischen Mischung sehr gut gefallen.
Mit einigen Macanesischen Leckereien bewaffnet machten wir uns trotzdem schon bald auf den Weg zurück nach China, denn in Longsheng wurden wir schon erwartet.
Egal, schliesslich waren wir ja hier, um die Stadt zu erkunden. So fuhren wir mit einer Art "Poly-Bähnli" in grösserer Ausführung steil hinauf auf den Victoria Peak und verschafften uns einen Überblick über die Stadt. Besonders eindrücklich: Viel Wald und steile Hügel und mitten heraus "spriessen" die Wolkenkratzer.
Die nächsten 5 Tage besichtigten wir alle "Must-sees" von Hong Kong und versichterten täglich dutzenden Strassenhändlern, dass wir wirklich, wirklich, wirklich keine "echte" Rolex und auch keinen Massanzug benötigen. Ein besonderes Erlebnis war die Lightshow die jeden Abend an der, schon bei Tageslicht beeindruckenden, Skyline Hong Kongs vorgeführt wird.
95km entfernt von Hong Kong liegt eine weitere "chinesische" Spezialität: Macao. Bis 1999 war Macao noch eine Kolonie Portugals und dementsprechend ist hier Portugisisches und Chinesisches bunt gemischt... in der Architektur, im Essen, in der Sprache und bei den Leuten. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Ausserdem ist Macao das kleine Las Vegas von Asien. Riesige Casinos umgeben die kleine portugisisch-chinesische Altstadt. Obwohl uns verschiedene Reisende sagten "If you don't like gambling, then skip Macao!", hat uns Macao nicht wegen der blinkenden, glitzernden Casinos, sondern wegen der Atmosphäre in der portugisisch geprägten Altstadt und wegen der kulturellen und kulinarischen Mischung sehr gut gefallen.
Mit einigen Macanesischen Leckereien bewaffnet machten wir uns trotzdem schon bald auf den Weg zurück nach China, denn in Longsheng wurden wir schon erwartet.
Tuesday, 24 August 2010
Xi'an: Töpfern für Fortgeschrittene (und sehr Fleissige)
Mit dem Zug machten wir uns auf die Reise von Lhasa nach Xi'an. Zuerst in Richtung Nord-Osten durch die riesige Tibetische Hochebene und dann Richtung Osten durch China, wo die Landschaft nur langsam hügeliger wurde. Ganze 36h verbrachten wir so mit plaudern, lesen, Fotos aussortieren und natürlich essen (zum Glück waren wir bei unserem letzten Supermarktbesuch alle hungrig... so fehlte es uns kulinarisch an nichts) in unserem super bequemen Zugsabteil.
In Xi'an besuchten wir die weltberühmte Terracotta Armee. Als "Grabbeigabe" liess sich ein früher chinesischer Kaiser eine Armee, bestehend aus tausenden Soldaten und hunderten von Pferden aus Ton anfertigen. Nachdem diese Armee für über 2000 Jahre vergessen ging, wurde sie erst vor 35 Jahren per Zufall wiederentdeckt.
Am Abend verabschiedeten wir uns von Esther, die uns die letzten 4 Wochen auf der Reise durch Beijing, Tibet und beim Shopping begleitet hat. Beim Shopping ist uns übrigens noch aufgefallen, dass Englisch oder westliche Sprachen überhaupt sehr unbekannt sind, für einen grossen Teil der Bevölkerung... anders lassen sich gewisse T-Shirt-Aufdrucke nicht erklären. :-)
Während Esther am nächsten Tag mit gefühlten 1.3 Mrd Chinesen den Sommerpalast in Beijing besuchte, machten wir uns auf den Weg nach Shenzen (bei Hong Kong) um China zu verlassen, wobei wir wegen zu starkem Regen einen ausserplanmässigen Zwischenstopp in Guilin einlegen mussten. Mit ein paar Stunden Verspätung marschierten wir dann zu Fuss von Shenzen über die Grenze nach Hong Kong.
In Xi'an besuchten wir die weltberühmte Terracotta Armee. Als "Grabbeigabe" liess sich ein früher chinesischer Kaiser eine Armee, bestehend aus tausenden Soldaten und hunderten von Pferden aus Ton anfertigen. Nachdem diese Armee für über 2000 Jahre vergessen ging, wurde sie erst vor 35 Jahren per Zufall wiederentdeckt.
Am Abend verabschiedeten wir uns von Esther, die uns die letzten 4 Wochen auf der Reise durch Beijing, Tibet und beim Shopping begleitet hat. Beim Shopping ist uns übrigens noch aufgefallen, dass Englisch oder westliche Sprachen überhaupt sehr unbekannt sind, für einen grossen Teil der Bevölkerung... anders lassen sich gewisse T-Shirt-Aufdrucke nicht erklären. :-)
Während Esther am nächsten Tag mit gefühlten 1.3 Mrd Chinesen den Sommerpalast in Beijing besuchte, machten wir uns auf den Weg nach Shenzen (bei Hong Kong) um China zu verlassen, wobei wir wegen zu starkem Regen einen ausserplanmässigen Zwischenstopp in Guilin einlegen mussten. Mit ein paar Stunden Verspätung marschierten wir dann zu Fuss von Shenzen über die Grenze nach Hong Kong.
Friday, 20 August 2010
Tibet II: Es ist nicht alles schön was stinkt.
Wir möchten an dieser Stelle auch einmal über etwas berichten, das uns nicht positiv beeindruckt hat.
Die hygienischen Verhältnisse sind in bisher allen Ländern nicht gleich gewesen wie in der Schweiz... müssen sie ja auch nicht! Ein bisschen Dreck hat noch niemandem geschadet. Aber was wir in Tibet angetroffen haben, hat uns, trotz unserer angewöhnung an einfache Verhältnisse während der letzten 4 Monate, recht schockiert.
Viele Tibeter haben bis ins letzte Jahrhundert als Nomaden gelebt, einige noch heute. Bis sie sesshaft wurden, waren sanitäre Anlagen unpraktisch und daher völlig unüblich. Gewaschen hat man sich am Fluss und seine Notdurft verrichtete man zwischen Schafen und Yaks in der Wildnis.
Heute leben die meisten Tibeter in Städten oder Dörfern aber die Verwendung sanitärer Anlagen hat sich nur wenig verändert. Die meisten Häuser besitzen weder Bad/Dusche noch WC und obwohl Wasser reichlich vorhanden ist, sind anscheinend auch öffentliche Waschstellen oder fliessendes Wasser im Haus unüblich. Die Notdurft wird daher direkt ausser Haus erledigt. Nie (ausser an der Streetparade) haben wir soooo viele Wild-UriniererInnen und Wild-KackerInnen gesehen. :-(
Die hygienischen Verhältnisse sind in bisher allen Ländern nicht gleich gewesen wie in der Schweiz... müssen sie ja auch nicht! Ein bisschen Dreck hat noch niemandem geschadet. Aber was wir in Tibet angetroffen haben, hat uns, trotz unserer angewöhnung an einfache Verhältnisse während der letzten 4 Monate, recht schockiert.
Viele Tibeter haben bis ins letzte Jahrhundert als Nomaden gelebt, einige noch heute. Bis sie sesshaft wurden, waren sanitäre Anlagen unpraktisch und daher völlig unüblich. Gewaschen hat man sich am Fluss und seine Notdurft verrichtete man zwischen Schafen und Yaks in der Wildnis.
Heute leben die meisten Tibeter in Städten oder Dörfern aber die Verwendung sanitärer Anlagen hat sich nur wenig verändert. Die meisten Häuser besitzen weder Bad/Dusche noch WC und obwohl Wasser reichlich vorhanden ist, sind anscheinend auch öffentliche Waschstellen oder fliessendes Wasser im Haus unüblich. Die Notdurft wird daher direkt ausser Haus erledigt. Nie (ausser an der Streetparade) haben wir soooo viele Wild-UriniererInnen und Wild-KackerInnen gesehen. :-(
Hier unsere Favoriten:

WC-Bürste?! Was ist das?
Nichts desto Trotz hat uns Tibet sehr gefallen :-)
WC-Bürste?! Was ist das?
- im Korridor vor unserem Hotelzimmer, konnten wir beobachten wie das Zimmermädchen in einer Selbstverständlichkeit, das restliche Tee-Wasser aus der Thermosflasche auf den Teppich ausgeschüttet hat.
- in Darchen (beim Kailash) konnten wir mehrfach beobachten, wie Frauen (mit ihren langen Röcken) sich mitten auf dem Dorfplatz "unauffällig" hinhockten und eine Pfütze hinterliessen.
- im Badezimmer eines unserer Hotels wurde wohl schon länger nicht mehr geputzt, es wuchs Gerste hinter der Türe: siehe Bild.
- im selben Badezimmer gab's auch ein WC (wohlgemerkt mit "Sterilized"-Siegel), welches sicher noch nie eine Bürste gesehen hat.
- um das Loch im Plumpsklo eines Klosters waren 7 Gegel verteilt, was an der Treffsicherheit der Benutzer zweifeln lässt.
- in einem Tempel konnten wir beobachten, wie eine Besucherin den mit Yak-Butter verschmierten Löffel am Vorhang im Kloster abgeputzt hat.
- dem Erbauer der oben gezeigten Dusche war wohl nicht bekannt, dass zu "fliessend Wasser" auch ein "Abfluss" gehört.
- gruseliges Highlight war der Koch der sich in die Hand "schnudert" und den Schnuder dann aus der Hand auf den Küchenboden schleudert hat.
Thursday, 19 August 2010
Tibet I: Lhasa-Shopping, Kailash-Trekking, Mt.Everest-Seeing
Nach dem Flug von Beijing nach Tibet erwarteten uns in Lhasa angenehmere Temparaturen und unser Guide für die nächsten Tage: Samdup. Vor unserem "Ausflug" ins tibetische Hochland im Westen galt es für uns erst einmal passende Outdoor-Ausrüstung zu kaufen und uns an die Höhe zu gewöhnen. In Lhasa (3700 M.ü.M) brachten uns zu Beginn schon die wenigen Treppenstufen zum Hotelzimmer ausser Atem. In den vier Tagen, die wir in Lhasa zur Verfügung hatten, besuchten wir unter anderem den Potala Palast und ca. jedes kleine Geschäft das Outdoor-Ausrüstung oder Schmuck verkauft. Eingedeckt mit neuen Daunenschlafsäcken und guten Jacken und Esther und Claudia mit jeder Menge neuem Schmuck (alles aussergewöhnlich günstig), ging es mit Driver (Tshashi) und Guide (Samdup) ab richtung Westen.
Nach 2000km Holperstrecke im Off-Roader und einigen Besuchen in Klostern erreichten wir gut geschüttelt das Guesthouse der Tibetan Medical School (www.kailashprojekte.ch) in Darchen, den Ausgangspunkt für unser 3-Tages Trekking rund um den für die Hindus und Buddhisten heiligen Berg Kailash. Das Wetter zeigte sich gnädig und so wurden wir trotz Regenzeit kaum nass und Mt.Kailash präsentierte sich uns sogar mit blauem Hintergrund. Gemeinsam mit hunderten von Pilgern wanderten wir im Uhrzeigersinn um den heiligen Berg und "schleppten" uns über den Pass auf 5630 M.ü.M.
Nach der Umrundung des Mt.Kailash gönnten wir uns einen Erholungstag am Manosarowar See und badeten im Wasser einer heissen Quelle, bevor es wieder 2000km zurück über die Holperstrecke nach Lhasa ging. Auf dem Rückweg machten wir noch einen Abstecher nach Pelbar, wo wir wieder riesiges Wetterglück hatten und so den Mt.Everest zu gesicht bekamen. WOW, was für ein Berg!
Obwohl uns die freundlichen Leute und die Landschaft in West-Tibet sehr gefallen haben, war die Vorfreude auf eine warme Dusche und abwechslungsreicheres Essen riesig. Nach fast 3 Wochen "Höhentraining" in West-Tibet brachten uns die Treppen zum Hotelzimmer in Lhasa nicht mehr ausser Atem. :-)
Nach 2000km Holperstrecke im Off-Roader und einigen Besuchen in Klostern erreichten wir gut geschüttelt das Guesthouse der Tibetan Medical School (www.kailashprojekte.ch) in Darchen, den Ausgangspunkt für unser 3-Tages Trekking rund um den für die Hindus und Buddhisten heiligen Berg Kailash. Das Wetter zeigte sich gnädig und so wurden wir trotz Regenzeit kaum nass und Mt.Kailash präsentierte sich uns sogar mit blauem Hintergrund. Gemeinsam mit hunderten von Pilgern wanderten wir im Uhrzeigersinn um den heiligen Berg und "schleppten" uns über den Pass auf 5630 M.ü.M.
Nach der Umrundung des Mt.Kailash gönnten wir uns einen Erholungstag am Manosarowar See und badeten im Wasser einer heissen Quelle, bevor es wieder 2000km zurück über die Holperstrecke nach Lhasa ging. Auf dem Rückweg machten wir noch einen Abstecher nach Pelbar, wo wir wieder riesiges Wetterglück hatten und so den Mt.Everest zu gesicht bekamen. WOW, was für ein Berg!
Obwohl uns die freundlichen Leute und die Landschaft in West-Tibet sehr gefallen haben, war die Vorfreude auf eine warme Dusche und abwechslungsreicheres Essen riesig. Nach fast 3 Wochen "Höhentraining" in West-Tibet brachten uns die Treppen zum Hotelzimmer in Lhasa nicht mehr ausser Atem. :-)
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